Generic selectors
Exact matches only
Search in title
Search in content
Search in posts
Search in pages

Für diese Website registrieren

vierzehn + 3 =

Mit der Registrierung stimmst du den MusikBlog Nutzungsbedingungen zu.

Bitte gib deine E-Mail-Adresse hier ein. Du bekommst eine E-Mail zugesandt, mit deren Hilfe du ein neues Passwort erstellen kannst.

Entdecke neue Musik

Empfiehl deinen Freunden neue Alben oder Konzerte deiner Lieblingskünstler, erstelle deine persönlichen Album-Charts oder gewinne Konzertkarten und mehr bei unseren Gewinnspielen.

Daughter – Not To Disappear – Stille Wasser

Registriere dich, um es deinen Charts hinzuzufügen oder deinen Freunden zu empfehlen.

Daughter sind jetzt eine halbe Dekade auf den Beinen und kredenzen uns mit „Not To Disappear“ ihr nunmehr zweites Studioalbum. In ihrer Formation unverändert, bleibt die Londoner Indie-Rock/Folk-Band ihrem Stil treu, kommt aber überraschend elektronisch daher. Die Platte ist die typische Bewährungsprobe des Zweitlings, die hart entscheidet: Aufstieg oder Fall von Daughter? Eindeutiger Aufstieg!

Fast drei Jahre nach Veröffentlichung ihres grandiosen und hoch gelobten Debüts „If You Leave“ (2013) ist das britische Trio absolut geerdet geblieben – und das trotz Vergleichen mit der intimen Atmosphäre des ersten The xx-Albums („xx“, 2009). „Not To Disappear“ klingt erwachsen und frisch zugleich. Erwachsen, weil es die selbstbewusste, den Gesetzen der Logik folgende, Weiterentwicklung der Band markiert. Frisch, weil Daughter ordentlich Schwung reinbringt in Lyrik und Klang.

Daughter sind die stillen Stars ohne absoluten Durchbruch, dafür aber mit musikalischem Tiefgang. Das Dreigestirn, bestehend aus Frontfrau Elena Tonra (Gesang, Gitarre), Igor Haefeli (Gitarre) und Remi Aguilella (Drums) macht gern gemeinsame Sache, das hört man mit jedem Song. Aber: Daughter klingen ohne Zweifel und nach wie vor nach The xx! Macht aber nichts, solang man letztere Band eben auch mag.

In all der Lobhudelei darf sich Daughter auch mal einen Fehltritt erlauben: Bester Song der Platte auf die eins? Riskantes Unterfangen, das nach hinten losgehen kann, denn „New Ways“ ist so fantastisch, so repeat-verdächtig, dass man glatt vergessen könnte, sich noch die neun anderen Songs der Platte zu Gemüte zu führen. Durchhalten lohnt sich. Spätestens mit dem zweiten Song „Numbers“ oder dem vierten „How“ gibt es die nächsten Kracher der Platte.

Ganz zu schweigen vom Songtitel „Doing The Right Thing„. Zur ersten Single-Auskopplung der Platte wurde bereits ein Clip gedreht, der mehr einem Kurzfilm als einem Musikvideo ähnelt – Teil 1 einer vielversprechenden Video-Trilogie. Die Filmemacher Iain Forsyth & Jane Pollard, Regisseure von „20.000 Days on Earth“, haben sich gleich für drei Videos zum neuen Daughter-Album verpflichtet, eine visuelle Zeitreise in drei Akten. Thema: Demenz und die lähmenden Auswirkungen – ziemlich ungeschöntes, empathisches und deshalb schmerzhaftes Familien-Portrait. „Doing The Right Thing“ zeigt den Moment, wenn der Geist die Lust am Leben verliert und in einsamer Stille auf sein Schicksal wartet: Die leeren Augen einer alten Frau sind stumpfsinnig am Schwarzweiß-Bildschirm geheftet, während die Berührungen ihres Mannes völlig emotionslos an ihr abperlen. Hossa – schwer verdauliche Kost!

Wenn das Debütalbum „If You Leave“ auf Anhieb zur neueren Popgeschichte avanciert ist, dann kann sich „Not To Disappear“ nahtlos daran anschließen. Hoch emotional und voller Gefühl sind Daughter zurück. „Not To Disappear“ – eine zugleich bewegende und aufschüttelnde Geschichte um das Vergessen, das langsame Verschwinden: „Then I lose my children. Then I lose my love. Then I sit in silence. Let the picture soak.“, heißt es im Titelsong.

Melancholisch und dramatisch angehauchte Songs wie „Numbers oder „Mothers“, die die atmosphärische Gesamtheit des Albums bestimmen, werden abrupt und kurzzeitig unterbrochen durch die Uptempo-Nummer „No Care“, eine ganz neue Facette von Daughter. Kurz vor Schluss kommt „Fossa“, zwischen treibend vorn und fast schüchtern zurückgezogen erzählt dieser Song in sieben Minuten eine ganz eigene Geschichte.

Mit den Ingredienzen haben Daughter kaum experimentiert: Die tiefen Drumparts harmonieren perfekt mit den subtilen Basslines, die E-Gitarre passt sich perfekt ein in Tonras Stimme – eine geheimnisvolle Mischung aus Distanziertheit und Wärme, eiskalt und trostspendend zugleich. Kein Nummer-eins-Hit dabei, dafür bietet „Not To Disappear“ ein großes Ganzes. In der Sparte düster-melancholischer Indie-Pop/Rock sind Daughter ganz vorne mit dabei!

Registriere dich, um es deinen Charts hinzuzufügen oder deinen Freunden zu empfehlen.