Achtung: Dieses Album ist 100% Fan Service! Gute Nachricht für alle hartgesottenen Future-Islands-Fans, die Lust auf eine besondere Compilation zum 20-jährigen Bandjubiläum haben. Für alle Neulinge oder Gelegenheitshörer*innen wäre ein klassisches Best-Of sicher die bessere Option gewesen.
„From A Hole In The Floor To A Fountain Of Youth“ hat also den Auftrag, zwei Dekaden Bandgeschichte abzubilden und gleichzeitig nicht nur Nostalgie-Show zu sein, sondern auch Neues zu bieten. Dafür mischen sich hier alternative Versionen bekannter Songs mit Raritäten und Fan-Favoriten, die es im Streaming bisher noch nicht gab.
20 Songs für 20 Jahre, vier Vinyl-Seiten für vier Bandmitglieder. Man kann den New-Wave-Lieblingen nicht vorwerfen, sie hätten ihr Jubiläum lieblos aneinander geklatscht.
Man muss aber auch sagen: Anders als bei einem ‚richtigen‘ Studioalbum ist der rote Faden bei so einem Konzept schnell weg vom Fenster, ebenso wie eine Album überspannende Dynamik.
Stattdessen gibt’s: Ganz viele einzelne Future-Islands-Tracks. Viele davon sind – wie man es von der Band kennt – natürlich richtige New-Wave-Perlen!
„Tomorrow“ ist das vielleicht beste Beispiel dafür. Sänger Samuel T. Herring mimt wieder den leidenden Storyteller, im Hintergrund betten sanfte Chöre ein Gerüst auf, in das der Song imposant aufbricht.
Noch bombastischer klingt „Calliope“, das 2018 als Teil von dem Singles Programm des TV-Senders Adult Swim erschienen war. Herring weht im Wind der stürmenden Synthies mit, die Dynamik des Songs zerrt unweigerlich nach vorne und lässt nur noch Platz für einen Gedanken: „Das mal live erleben!“
Spannungsaufbau ist ansonsten in den 20 Songs aber eher sekundär. Der Fokus liegt auf den Geschichten und Anekdoten von Herring, auf der Atmosphäre, die die immer neuen Synthesizer wecken, auf dem Auf und Ab von Dunkelheit und Sonne.
„Find Love“ (ursprünglich aus der „On The Water“-Ära 2011) lässt mit einem sanften Klavier die Sonne aufziehen, in „The Happiness Of Being Twice“ platzen die Synthesizer beinahe vor Freude – ansonsten dominieren die melancholischen Zwischentöne über weite Strecken.
Über die 20 Songs hinweg verliert sich das Ganze dann für Nicht-Fans aber doch etwas zu sehr in Repetition und fehlende Dynamiken. Große Highlights, aufregende Experimente oder gar Genre-Ausflüge kann man nicht erwarten, die großen Hits stecken in den Band-Alben dafür ja genug. Als Fan-Service macht man hier definitiv nichts verkehrt.
