Mit einer markanten Stimme, die ganz viel Wärme ausstrahlt, widmet sich Tyler Ballgame der größten Kraft des Lebens. Im Stile der ganz Großen, aus einer weit zurückliegenden Singer/Songwriter-Epoche, schiebt sich der stimmgewaltige Sänger auf seinem Debütalbum „For The First Time, Again“ ins Rampenlicht.
Die Liebe in allen Formen und Farben ist das Fundament. „I Believe In Love“, singt der aus Rhode Island stammende, aber mittlerweile in Los Angeles beheimatete Sänger – und man nimmt ihm jede Zeile ab.
Der Start gelingt ganz unaufgeregt, in Erinnerungen schwelgend, auf den Spuren von Bob Dylan. Der Mix aus klassischen Singer/Songwriter-Vibes und aufplusternder Crooner-Dramatik katapultiert die Hörer*innen sofort in eine andere Zeit.
Inspiriert vom analogen Glanz der Sechziger und Siebziger Jahre tischt Tyler Ballgame emotional groß auf. Der Weg aus der Finsternis, die Hoffnung, dass irgendwann alles einen Sinn ergibt und das große Labyrinth der Liebe – jedes Thema wird flankiert von retroesken Sounds, die dennoch ganz viel Frische versprühen und zu keinem Zeitpunkt altbacken oder gar überholt klingen.
Das Zusammenspiel zwischen klassischen Arrangements und zeitlosen Drehungen und Wendungen hält die Spannung hoch. So klingt kein Song wie der andere, auch wenn die instrumentelle Untermalung sich nur punktuell verändert.
Mit treibender Akustikgitarre und sich stapelnden Harmonien schielt Tyler Ballgame in Richtung Meat Loaf („Matter Of Taste“). Locker, luftig und akzentuiert hochtönig verneigt sich der Sänger vor dem Schaffen von Roy Orbison („Gotta New Car“). Und mit dem schlagzeuglastigen „Down So Bad“ kommen gar Beach-Boys-Vibes auf.
Tyler Ballgame lässt sich auf seinem Debütalbum nicht wirklich einfangen. Der talentierte Newcomer probiert sich aus, lädt zum Abschluss seiner Ankunft im Pop-Biz noch schnell zur smoothen Rock’n’Roll-Party ein („Waiting So Long“) und ist kurz darauf überglücklich, dass das Warten nun endlich ein Ende hat.
Tyler Ballgame fällt mit seinem ersten Longplayer gleich mal mit der Tür ins Haus – und wird dort mit offenen Armen empfangen.
