„Birdhouse In Your Soul“ fällt einem ansatzlos zu The Might Be Giants ein, ihr quirliger Indie-Hit vom zweiten Album „Flood“, mit dem es John Linnell und John Flansburgh 1990 in die Heavy-Rotation bei MTV schafften.
Der Song lebte von seinem Pop-Appeal, die Band hat ihren Grammy aber für das Kinderlieder-Album „Here Come The 123s“ kassiert – das Duo passt seit mittlerweile über 40 Jahren in keine Schublade.
Als wollten die hochproduktiven Musiker – die seit ihrem ersten Aufschlag „Lincoln“ in stoischer Regelmäßigkeit ihre Werke veröffentlichen – auf ihrer 24. Ausgabe genau das noch einmal unterstreichen, hört sich „The World Is To Dig“ in 18 Kapiteln stilistisch nach allem und gar nichts an.
„Back In Los Angeles“ eröffnet als cinemaskopisches Melodram, „Wu Tang“ bietet im Anschluss lässigen Twang, dem man die Nähe zu Pavement unterstellen könnte, gäbe es They Might Be Giants nicht, die keine Referenzen außer sich selbst brauchen.
Woanders wird New Wave oder 60s Brit-Pop touchiert, für „Je n’en Ai Pas“ scheint Produzent Patrick Dillet – der von David Byrne bis Mariah Carey schon überall zugegen war – zur Stromgitarre geraten zu haben: Eine griffige Hook, ein gängiger Refrain und fertig ist der erste ganz dicke Ohrwurm einer Platte, die laut Selbstauskunft aber ohnehin ausnahmslos aus Bangern besteht.
„Outside Brain“ behält den Fuß gleich auf dem Gas, ist das Mitteilungsbedürfnis etwas kürzer, reicht „Telescope“ eine knappe Minute, um Monty-Python-Atmosphäre zu verbreiten.
Schrägen Humor – beim Artwork angefangen – gibt’s wie gewohnt bei den Brooklynern fortlaufend – mit ihm wird „Sleep’s Older Sister“ vorgestellt, der Charme „In The Dead Mall“ eingefangen oder „What The Cat Dragged In“ aufzählt sowie via „Let`s Fall In Lava“ poetisch das Verschmelzen der two Johns, wie TMBG auch genannt werden, zur kreativen Einheit vollzogen.
„They Might Be Feral“ beendet das Treiben mit satten Arrangement: „yes, it’s a sign“ heißt es hier und ein solches haben They Might Be Giants dato in den Äther geschickt.
