Wer als iranisch-amerikanischer Künstler heute ein Album mit dem Titel „American Stories“ veröffentlicht, könnte diverse markerschütternde Themen, Perspektiven und gesellschaftskritische Slogans aus dem Effeff nutzen. Nicht so der Grammy-Preisträger Rostam! Auf seinem dritten Soloalbum spielt der Ex-Vampire-Weekend golden boy wieder eine völlig einzigartige Klang-Kulisse, die für eins stehen soll: Hoffnung.

Bei Rostams Solo-Projekt treffen wie gewohnt zwei Welten aufeinander: Fingerpicking auf der Gitarre und Pedal Steel auf der einen und gezupfte Akkorde mit mikrotonalen persischen Melodien auf der anderen Seite.

„Like A Spark“ eröffnet das Album für ungeübte Rostam-Ohren dabei noch ungewohnt klassisch, zwischen Southern Rock und Country, Rostam selbst wirft sich mit Storytelling-Stimmung und Kopfstimme direkt rein.

Wer genauer hinhört, erkennt schon hier die leichten Verschiebungen, insgesamt hat das Album aber noch viel mehr zu bieten. „American Stories“ wird dabei zu einer Anthologie, in der sich jeder Song seinen eigenen Ausdruck sucht.

In „Different Light“ flirren die Gitarren noch um die Ohren, als wären Vampire Weekend plötzlich doch in alter Besetzung zurück.

„Hardy“ geht dann als größter Hit der Platte in repetitive Streicher auf, um dabei eine verlorene Beziehung sowie das ungewisse Fortbestehen der Menschheit zu beschreiben.

Streicher kann auch „Forgive Is To Know“, hier klingen sie aber weniger nach Synth-Pop und mehr nach Symphonie und Frack.

So gleitet das Album durch die unterschiedlichsten Stimmungsbilder: „To Feel No Way“ legt sich in seiner emotionalen Wucht in ein schlichtes Klavier, „The Road To Death“ kreist um das große Tabu-Thema des Todes und wird dabei fast literarisch bedächtig.

„Come Apart“ macht das Ganze gegen Schluss dann auch noch emotional rund: „I hope that the pain is gonna stop“.

Neun Songs lang entsteht eine Welt, die anders als bei anderen Veröffentlichungen nicht einfach denselben Trick mit leichten Anpassungen in den Details rauskloppt, sondern einfach jedes Mal völlig neue Schattierungen annimmt. Behutsamer wird der Frühling dieses Jahr nicht mehr ausklingen.

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