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Die Geschichte der Mountain Goats beginnt im Jahr 1991. Ihr neues Album „Days“ reicht, dem Vernehmen von Songwriter John Darnielle nach, in die 1970er, 80er und 90er Jahre zurück, verarbeitet Anekdoten von damals und kontextualisiert sie musikalisch.

Darnielle ließ sich assoziativ treiben. Insbesondere Grunge, College-Rock und Alternative-Folk-Rock mit schweren Bässen im Stile von Counting Crows und Stereophonics hallen auf „Days“ wider.

Auch leichtfüßiger Folk-Pop macht sich im Verlauf der Platte bemerkbar, im Mittelteil ab „Crying On Eddie Nash’s Grave“, und gipfelt im Wohlfühl-Power-Pop „Going To Fennario“.

Dabei knüpft Darnielle immer wieder Bezüge zum Musikmachen, auch zur Filmkunst und zum Fernsehen, und referiert somit in der Lyrik direkt auf die eigene Rolle der Musiker*innen in der Unterhaltungsbranche oder aufs Musikhören. „Best Hard Rock Album 2013“ handelt von einer Liste von Lieblingsplatten eines Subgenres eines Jahres.

Der „Song For Layne Staley“ mutmaßt: „I was on the TV / maybe you saw me there“. Von der Gründung einer Rockgruppe in diesem Stück über die Ochsentour durch örtliche Volksfeste bis zum Plattenvertrag in „Candlebox“ greifen die kompakten Nummern mit ihren oft famosen Melodien den Weg einer Indie-Band auf.

Ganz weit zurück geht es mit der Geschichte eines „young man on a microphone“, der auf einen „major label contract“ aus ist und sich zu Kokain hingezogen fühlt, in der süffisanten Ballade „Woodstock“. Das legendäre Festival ereignete sich 1969. In jenem Jahr gründete sich auch die britische Rock-Band Renaissance, zu der 1971 die neue Sängerin Annie stieß: „Annie Haslam Imperial Phase“ behandelt deren Entwicklung vom Vorspielen über die Performance eines 29-minütigen Tracks in der berühmten Carnegie Hall bis zu Kostendruck und kommerziellem Misserfolg.

Immer wieder scheint John Darnielle gedanklich frei herum zu springen, auch in diesem Fall, der sich tatsächlich zutrug. Je versponnener die Texte, so macht es den Eindruck, desto geradliniger verlaufen die Songs musikalisch. Die Melodien werden während des Albums immer eingängiger, und die Stücke sind jeweils das Gegenteil 29-minütigen ‚Proggens‘, sondern knapp, kurzweilig, transparent aufgebaut, zwei Mal mit Orgel sehr hervorstechend verziert, einmal mit Harfe.

The Mountain Goats ist im Kern das Projekt ihres kalifornischen Gründers John Darnielle, der diese Scheibe autark unter seinem eigenen Label Cadmean Dawn Records mit einer Vertriebs-Lizenz an die Americana-Firmengruppe Thirty Tigers herausbringt. Während seiner sehr fleißigen Tätigkeit entstand fast jedes Jahr ein Longplayer.

Zehn Alben waren zuvor bei Merge Records erschienen, in dieser Phase stieß der Tastenspieler und Blechbläser Matt Douglas zur Band. Dieser Serie gingen sechs Longplayer bei 4AD voran, in dieser Zeit schloss sich Schlagzeuger Jon Wurster den Mountain Goats an.

Sowohl mit Merge als auch mit 4AD gelangen zahlreiche, für Indie-Maßstäbe gute, Verkäufe, jedoch ausschließlich in den USA. Es bleibt zu hoffen, dass dieses unterhaltsame Bandprojekt auch bei uns mehr Fans findet.

Stilistisch schlägt die Crew, die sich aktuell noch mit einem Gast-Bassisten und vier Session-Background-Sänger*innen vervollständigt, einen Bogen von The Lovin‘ Spoonful über Crowded House bis zu Giant Rooks.

Die Kompaktheit von „Days“ ist dabei keine zwingende Form: Der Vorgänger „Through This Fire Across From Peter Balkan“, erst letzten November erschienen, war ein ungleich komplexeres Konzeptwerk.

„The Mountain Goats – Days" in deine Jahres-Charts?

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