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Gurriers – Nobody’s Coming To Save You

RubrikAlben
Künstler*inGurriers
GenresPost-Punk

Gurriers haben vor zwei Jahren mit ihrem Debütalbum „Come And See“ ziemlich deutlich gemacht, wofür sie stehen: lauter Post-Punk, treibende Drums und Gitarren, die selten lange stillstehen. Auf ihrem neuen Album „Nobody’s Coming To Save You“ bleibt davon einiges erhalten, trotzdem klingt die Band nicht so, als würde sie einfach versuchen, den Vorgänger zu übertreffen.

Stattdessen wird der Sound an einigen Stellen breiter und kontrollierter, ohne dass dabei die Energie verloren geht. Schon der Titeltrack gibt die Richtung vor:

Der Song beginnt vergleichsweise zurückhaltend, bevor sich die Spannung immer weiter aufbaut. Wenn die Gitarren schließlich einsetzen und Dan Hoff mit seiner rauen Stimme darübergeht, wird aus der anfänglichen Zurückhaltung genau das, was man von Gurriers erwartet: Druck. Inhaltlich geht es dabei um die Erkenntnis, dass niemand auftauchen wird, um die eigenen Probleme zu lösen. Das klingt zunächst ziemlich düster, ist aber weniger resigniert, als der Titel vermuten lässt.

Musikalisch ist genau dieses Spiel mit Spannung und Entladung eine der auffälligsten Veränderungen. „Shades“ zum Beispiel geht deutlich direkter nach vorne und erinnert mit seiner Härte an die wilderen Momente des Debüts.

„Pins“ schlägt dagegen eine etwas melodischere Richtung ein. Dadurch bleibt die Platte abwechslungsreich, ohne dass sie ihre Identität verliert.

Besonders interessant wird es bei „Drones“. Der Song nimmt sich mehr Zeit und setzt nicht von Anfang an auf maximale Lautstärke. Stattdessen baut sich die Spannung langsam auf. Gerade dadurch wirkt der spätere Ausbruch umso stärker. Die Band aus Dublin hat offenbar verstanden, dass ein Song nicht durchgehend am Anschlag laufen muss, damit er intensiv bleibt.

Auch textlich geht es nicht ausschließlich um die großen gesellschaftlichen Themen. Zwischen Wut und politischer Frustration finden sich immer wieder persönlichere Momente. „I Wish I Was“ fällt dabei besonders auf. Der Song wirkt zurückgenommen und beschäftigt sich stärker mit Distanz, Verlust und dem Gefühl, nicht ganz dort zu sein, wo man eigentlich sein möchte.

Solche Momente geben dem Album etwas, das dem teilweise sehr aggressiven Sound zunächst entgegensteht. Nicht jeder Song funktioniert dabei sofort. Einige der ruhigeren Stücke brauchen mehr Zeit als die offensichtlichen Kracher, und gerade im Mittelteil verliert die Platte kurz etwas von ihrem anfänglichen Druck.

Das ist allerdings kein großes Problem, denn genau dadurch bekommen die stärkeren Momente später wieder mehr Gewicht. Mit „Nobody’s Coming To Save You“ zeigen die Iren, dass sie sich auf ihren bisherigen Sound verlassen können, ohne darin stecken zu bleiben.

Gurriers sind noch immer laut, wütend und manchmal ziemlich chaotisch – nur wirkt das Chaos inzwischen etwas gezielter. Das macht ihr zweites Album nicht unbedingt zugänglicher, aber deutlich interessanter.

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