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Personal Trainer – Human Assholes

Sympathischer kann man ein Album nur schwer starten: 15 Sekunden Intro-Jingle, und schon klingt alles schräg und wunderbar daneben. Der Opener „Scrambled Egg“ spiegelt direkt alles wider, was Personal Trainer auf ihrer dritten Platte „Human Assholes“ gut machen: Durchdachtes Chaos, das sich immer im richtigen Moment wieder fängt, feine bittersüße Noten und schrullige wie nachvollziehbare Texte.

Ursprünglich ist die Gruppe 2018 als Soloprojekt von Frontmann Willem Smit entstanden, später jedoch durch wechselnde Besetzungen zu einem Kollektiv erwachsen. Der exzentrische Smit ist konstant als kreativer Kopf geblieben, der Rest der Mitglieder gleicht einem Querschnitt durch die Amsterdamer Indie-Rock-Szene.

Für „Human Assholes“ scheint sich nun eine relativ stabile Kombination gefunden zu haben, die die Songs live zusammen eingespielt hat. Im Rahmen der Veröffentlichung entschuldigte sich Smit herzlich bei diesen Musiker*innen, vermutlich für die schwierige Zusammenarbeit. Sollte das der Fall sein, so hört man es dem Endprodukt zu keinem Zeitpunkt an. Der Grundmodus aller Songs ist luftig leicht und schlägt freudige Purzelbäume.

In „Punch Drunk Love“ gluckst ein akustischer Bass über sprudelnde Flötentöne. Die Passage mutet beinahe jazzig an, und immer wieder grätscht eine Country-Fiedel dazwischen.

Auch „Moping“ vereint gegensätzliche Klänge zu einem gut gelaunten Gesamtbild: Funk-Gitarre, verschlafene Gesangsharmonien, dezent sägende Synths. Da überhört man gerne, dass Smit davon singt „professionell Trübsal zu blasen“.

Aus einem rauchigen Monolog über spärliche Gitarren heraus steigert sich der Titelsong „Human Assholes“ in immer buntere Sphären. Nach einem break fängt der Song nochmal am Boden an und erklimmt diesen Gipfel ohne Gesang, aber mit immer ausschweifenderem Arrangement, ein zweites Mal.

Auch „Object Permanence“ täuscht geschickt das eigene Ende vor, um noch knapp zwei Minuten lang mit Fuzz und Krach draufzuballern.

Musikalisch wäre hier bereits ein hervorragender Schlusspunkt erreicht, aber „Letter From The Scentless Realm“ legt nochmal lyrisch nach: „Its like I broke a string in the middle of a song / And the song is about half a lifetime long /so it makes me wonder If ill ever reach a coda“.

Personal Trainer haben ein Album vorgelegt, das vor schönen Zeilen und genauso schönen Klängen nur so strotzt, und deren Reiz man auch spüren sollte, wenn man mit Indie-Rock sonst nichts am Hut hat.

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