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TV On The Radio – Nine Types Of Light

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Die ersten drei Alben von TV On The Radio zeigten sehr vielversprechende Ansätze:

Die erste Platte „Desperate Youth, Blood Thirsty Babes“ war roh und experimentell, mit treibender Dramatik in klassischem Indie-Sound (wenn man mal von dem Gesang von Tunde Adebimpe absieht). Der zweite Longplayer „Return to Cookie Mountain“ war dann etwas „grooviger“ und bot insbesondere mit „Wolf Like Me“ einen tanzbaren Hit. Das dritte Album „Dear Science“ war dann teilweise entspannt poppig, dennoch meist mit dem gewohnt treibenden, hintern-tretenden Schlagzeug.

Daher durfte man auf die nunmehr vierte Studioarbeit „Nine Types Of Light“ gespannt sein. Über den Sinn des Titels muss man nicht lange rätseln: „It’s something that kept circling around in my head“, sagt Sänger und Songschreiber Tunde Adebimpe lapidar. Und er mag, dass dieser Titel Milliarden andere Arten von Licht ausschließt und dieser Umstand es etwas „glitschig“ macht. Alles klar.

Die aus Brooklyn stammenden TV On The Radio sind vor den Aufnahmen nach L.A. umgezogen. Einen solchen Umzug von Ost- nach Westküste haben ja bisher nur wenige verkraftet. Damit einhergehend ist die Band nun außerdem auf Interscope, nachdem die ersten drei Alben auf 4AD erschienen waren. Interscope ist mit 50 Cent, Eminem, Mary J. Blige, Lady Gaga, Nelly Furtado und ähnlichen nun alles andere als ein Indie- oder „Rock“-Label (allerdings sind sie auch die Heimat von La Roux und M.I.A., wir wollen mal nicht pauschal vorurteilen). Wenn man eine Ausrede suchen würde, könnte man es also auf das neue Label schieben und sagen, man hört es „Nine Types Of Light“ auch an. Und damit greife ich der Rezension auch schon vorweg.

TV On The Radio haben scheinbar den Versuch unternommen, „größer“ oder kommerzieller klingen zu wollen. In Songs wie „Caffeinated Consciousness“ sind Anleihen an die Beastie Boys zu vernehmen (oder doch eher an Linkin Park?). Ansonsten fehlt aber die Lässigkeit, der coole Rhythmus und die Homogenität (bis auf den Gesang von Tunde Adebimpe, der in dieser Eintönigkeit dann aber auf Dauer doch etwas anstrengend wird). TV On The Radio sollten auch wissen, dass ein solcher R&B-mäßiger, hoher, männlicher, mit Bläsern kombinierter Chorgesang besser immer mit entsprechend knackigen Beats unterlegt sein sollte. Da hätte man ruhig etwas mehr von Dave Sitek’s Maximum Balloon Solo-Album aus dem letzten Jahr übernehmen können. Erst das nur auf der Deluxe Edition erhältliche „All Falls Down“ gibt eine Idee, wie diese Platte hätte auch klingen können, um ein großartiges Album zu werden.

Überschattet wurde die Album-Veröffentlichung übrigens von dem Tod des Bassisten Gerard Smith, der am 20. April 2011 an Lungenkrebs starb. Man hört dem Album jedoch keinerlei Düsterness an, die vielleicht durch die Krankheit während der Aufnahmen hätte entstehen können (oder sollen?). Vielleicht hätte etwas mehr Melancholie der Platte gut getan, andererseits ist das nun nicht wirklich die Stärke von TV On The Radio. Aber etwas mehr Wut auf die Krankheit des Bandmitgliedes und entsprechend resultierende Agressivität im Sound wären sicher angebracht gewesen.

Fazit: TV On The Radio haben nun, wie bereits auf der „Dear Science“ angekündigt, endgültig ihren vorwärts drängenden, rhythmisch-treibenden Klang verloren und sind auf dem Weg ins jazzige R&B-Niemandsland. Wir warten auf ihre nächste Platte und sehen dann weiter.

© Stephan Hesslich

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