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Atlas – No Man´s Land EP

Atlas – No Man´s Land

Die schottische Jungband Atlas dürfte den wenigsten Leser überhaupt etwas sagen, eingefleischte Szene-Kenner tapsen fast genauso im Dunkeln. Das sympathische Quintett existiert erst seit einigen Jahren und für ein Debütalbum hat das Songmaterial bisher noch nicht ausgereicht, dafür allerdings für 2 EPs, die “Red Lines“ von 2009 und die kürzlich veröffentlichte “No Man´s Land“. Das Coole: Beide Mini-CDs bieten die fünf Kerle als Gratis-Download auf Bandcamp und Facebook an. Wenn das keine Einladung ist!

Hierbei konzentrieren wir uns auf die aktuelle Scheibe, die mit vier Tracks und fast 18 Minuten Spielzeit auf eine stattliche Länge verweisen kann. Das Dargebotene ist feiner Alternative Rock, der zwar nicht das Rad neu erfinden wird, aber Genre-Freunde sicherlich bei Laune halten kann. Die ohren-schmeichelnde Melodienführung der Gitarren und der gewisse Mitsing-Faktor sind nicht von der Hand zu weisen, auch der Einsatz von Drums und Bass ist wohldosiert. Schnellere Passagen wechseln sich dabei mit langsameren Augenblicken ab, um genügend Abwechslung auf die Lauscher zu richten. Dass sich hier und da das eine oder andere im Gehörgang festsetzen kann, muss ich eigentlich nicht mehr erwähnen.

Sänger Paul McWhinnie ist dabei besonders ins Rampenlicht zu stellen, denn trotz seiner Unerfahrenheit zeigt der Junge ungeheures Potenzial als Sänger. Natürlich klingen ein paar Töne immer noch leicht schräg, aber er erledigt seinen Job verdammt gut und verleiht den gelungenen Kompositionen einen sommerlichen Anstrich. Im Gegensatz zum Vorgänger greifen die Gitarristen Kenny Dickson und Bill Anderson ihrem Gesangkünstler vor allem während den Refrains häufiger unter die Arme, um mehrstimmig ein wenig Pathos zu erzeugen.

Was für eine solch kleine Erscheinung absolut untypisch ist, sollte sofort beim Starten des ersten Lieds auffallen… die über alles erhabene Produktion. Kein Instrument geht unter, der Sound hört sich auch ohne exzessiven Keyboard-Einsatz schön volumig an, Druck durch Bass und Schlagzeug muss man nicht missen. Keine Selbstverständlichkeit bei einer Gruppe, die bis dato gerade mal ein wenig mehr als 270 „Likes“ auf Facebook verschreiben kann.

Insgesamt gesehen ist “No Man´s Land“ eine nette EP geworden, in die man sich als Alternative Rock-Anhänger ruhig reinhören kann. Die vorangegangene “Red Lines“ war allerdings in Puncto Songwriting nicht nur variabler, sondern auch rockiger, was dem Fünfer doch besser zu Gesicht stand als die derzeit deutlich airplay-tauglichere Musik. Aber die Qual der Wahl hat man als geneigter Zuhörer nicht, am Ende sind beide gratis und soviel Festplatten-Kapazität sollte man noch erübrigen können.

 Als Vorgeschmack auf “No Man´s Land“ haben Atlas in Zusammenarbeit mit Peter Holliday ein Video zum besten Track der EP auf die Beine gestellt, dem titelgebendenNo Man´s Land“! Wir wünschen euch viel Spaß.

© Nico Carvalho

No Man´s Land EP“ kostenlos herunterladen bei:          Bandcamp,          Facebook

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