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Buch: Lass uns von der Hamburger Schule reden

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Reden wir doch mal von der Hamburger Schule. Was fällt uns denn dazu ein? Äh, das war doch die Zeit wo Blumfeld..? Ja genau und es ging dort alles total PC zu und reichlich Zeit zum darüber reden war außerdem. Diskurs Pop nannte man das dann. Habe ich sehr geliebt. Kolossale Jugend und Die Sterne  gab es auch noch. Gab es da Frauenbands? Ja klar, die Lassie Singers und Die Braut haut ins Auge und damit ist dann auch schon Schluss.

So oder mindestens ähnlich hört es sich wahrscheinlich an, wenn sich Musikexperten oder Laien über das titelgebende Thema des Buches unterhalten wollen. Das dachten wohl auch die Kulturwissenschaftler Jochen Bonz, Juliane Rytz und Johannes Springer und suchten kurzerhand unter Ihren Studenten der Universität Bremen welche, die sich mit diesem Thema auseinander setzten wollten. Die haben sich dann mit einigen ProtagonistInnen dieser Zeit unterhalten. Und die Interviews sind durchweg gelungen. Nachdem man sich durch die kulturtheoretischen, genauso staubtrockenen wie überflüssigen, Einführungsartikel der Herausgeber gelesen hat, geht’s dann damit auch endlich los.

Informativ und jederzeit kurzweilig erzählen die Musikerinnen (u.a. Bernadette le Hengst) über das Gemeinschaftsgefühl im Mikrokosmos Hamburger Kiez zwischen den Labels L´Age D`Or, Lado und What’s So Funny About, zwischen dem „Pudel Club“, „Heinz Karmers Tanzcafé“ und  Casper`s Ballroom. Geschichten und Anekdoten mit den Persönlichkeiten dieser Zeit in den Hauptrollen (köstlich: Schorsch Kamerun kündigt das Erscheinen von Dr. Schnabel an) und man erfährt beispielsweise, dass die Lassie Singers eigentlich aus Berlin kamen und wieso die Band aber in Hamburg viel angesagter war. Erstaunlicherweise scheint in der Szene nicht alles so politisch korrekt zugegangen zu sein, wie es uns die Texte der „Jungsbands“ gern glauben ließen, Geschlechterrollen waren auch hier eindeutig manifestiert. Es liest sich, als wären einige der ambitionierte gestarteten Musikerinnen geradezu zwangsläufig von der Bühne gestiegen und in den Büros der einschlägigen Labels und Musik Verlage gelandet.

Ein informatives Buch was feststellt: Der Umgang mit Frauen in der Musik, natürlich egal ob in Hamburg oder sonstwo, funktioniert, Zitat Christiane Rösinger, „Wie in der Astronautenszene“. Und wann gab es nach Valentina Tereschkowa schon mal eine reine Frauen-Weltraum-Mission? Und unisono: Den Musikerinnen und Musikern sind die  Etiketten, die auf ihre Werke geklebt werden eher lästig. Denn wie Tocotronic schon sangen „Es ist einfach Rockmusik“!  Zum Zwecke der Vermarktung der Güter der Kulturschaffenden sind diese Aufkleber jedoch zwingend. Das schafft auch der größte Streber der Hamburger Schule nicht ab.

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