Doppeldeutigkeiten und Metaphern waren noch nie die Sache von Max Müller und seiner Berliner Band Mutter. Die wohl unterschätzteste deutschsprachige Band, die ohne Lagerzugehörigkeit und ewigen musiktheoretischen Erörterungen ihres Schaffens die Jahrtausendwende überlebt hat, legt nach „Trinken  Singen  Schießen“ aus dem letzten Jahr nun mit „Mein kleiner Krieg“ ein Album nach, dass alle musikalischen Tugenden einer Rock-Platte vereint und mit einer klaren Sprache unmissverständlich im Sprachverarbeitungszentrum des Hörer-Hirns andockt.

Wie der Albumtitel schon sagt: es geht um einen persönlichen Kampf im Jetzt, der,  wie wir alle wissen, meist aus Schattenboxen und der Projektion des eigenen Versagens auf andere besteht, um am Ende festzustellen: alles bleibt wie festgemeißelt stehen. Du, ich und alles darum herum sowieso. Und so heißt es in „Wie wir waren“ treffend: „Aus lauter Angst vor der Konsequenz/ Dass die Veränderung etwas bewirkt/ Lehnst du sie ab und lässt alles so wie es ist/ Auf das nichts Großes in dein Leben tritt“. Folglich wundert es nicht, dass ein Song gleich direkt mit „Der Mensch ist eine traurige Maschine“ betitelt ist. Auf dem über 10 Minuten dauernde Stück „Stimmen (kannst Du sie hören)“ dann unablässig die Fragestellung „Kennst Du die Stimme/ die tief in dir die Wahrheit spricht/ Du kennst sie leider nicht“.  Selten wird Nutz- und Sinnlosigkeit so logisch beschrieben wie von Max Müller auf diesem Album.

Und dass die Band dabei auch noch aus hervorragenden Musikern besteht, wird ohnehin in jedem Song bewiesen. Der Sound dreht auch gern hin zu hochwertigem Gitarrenlärm („Wo die Sonne nicht scheint“) wie man es seit dem Ableben der legendären deutschen Gitarrenband “Die Haut” hierzulande eher selten um die Ohren bekommt.

Was am Ende bleibt?  Mein kleiner Krieg, Dein kleiner Krieg, unser kleiner Krieg.

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