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Swans – The Seer

Es gibt Alben, die sollte man vor allem allein und laut hören. In der Regel kommen solche Platten von den Swans. Denn egal, ob das Abrisskommando aus New York in den letzten 30 Jahren den Zerstörungswahn jener hasserfüllten, apokalyptischen  Soundmonster auf „Filth“ und „Cop“ freien Lauf ließen oder mit gnadenlos desillusionierenden Neo-Folk Songs antraten, thematisch immer zwischen Liebe als ungeeignetsten aller Fluchtpunkte und nicht mehr lebenden nahen Verwandten liegend, auf „The Burning World“ oder „White Light from the Mouth Of Infinity“, jede Veröffentlichung ließ den Hörer als verwirrtes kleines Nichts zurück.

Das neue Werk umfasst  das Destillat aus fast drei Jahrzehnten Swans, die der besessene Michael Gira und seine Gefährten hier zu einem zweistündigen Monumentalwerk zusammenführen, das klingt wie in Stein gemeißelte Musik.

Der Einsteiger „Lunacy“ steigert sich vom songstrukturierten Beginn in ein zermalmendes Stapfen, aus dem sich ein fanatischer, verblendeter Gesang, vorgetragen von den Low Musikern Alan Sparhawk und Mimi Parker erhebt, der sich am Ende so beängstigend anhört wie der  Sprechgesang des Chores im Stück „Halber Mensch“ der Einstürzenden Neubauten.

Das 32minütige Titelstück, in dessen Strudel weder die Anzahl der Instrumente noch deren unterschiedlichen Klänge eine Rolle spielen (eignete sich beim MELT! Festival 2011 schon hervorragend dazu, feierwütigen Heranwachsenden die Laune zu verderben) bildet im Swans´schen Algorithmus beinahe schon selbstverständlich nicht das große Album-Finale, sondern findet bereits im vorderen Teil der Platte statt.

Darauf folgt „The Seer Returns“, bei dem Jarboe endlich wieder nach Hause kommt. Anmutig instabil singt Karen O. von den Yeah Yeah Yeahs  „Song For A Warrior“, der nur scheinbar die Sinne beruhigt. Das folgende „Avatar“ rast dann wieder wie im Taumel durch Zeit und Raum.

Am Schluss gibt es noch einmal über zwanzig Minuten „The Apostate“ mit den Schlussworten „We are blessed! Fuck! Bliss! Fuck! Bliss!” – ja das sind wir und zwar mit dem gewaltigsten Album des Jahres 2012! Michael Gira sagte nach der Fertigstellung des Albums „I´m a completely wrung-out washcloth of a human being“. Daran gibt es keinen Zweifel. Ein radikales Monster. Nicht nur auf dem Cover.

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