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Nick Cave And The Bad Seeds – Push The Sky Away

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Ein vernebelter, nasskalter Tag. Ein Mann sieht aus dem Fenster und macht sich Gedanken. Sorgen macht er sich wohl schon länger nicht mehr. Das neue Album „Push The Sky Away“ von Nick Cave And The Bad Seeds erzählt seine Geschichten.

Was kann man eigentlich von einem  15. Studioalbum erwarten? Verpackt Nick Cave seine Passionen und Visionen nur mal wieder neu? Nachdem der fast tasmanische Teufel seinen musikalischen Zorn wohl auf den beiden Grinderman-Platten abgeladen hat, erscheint das neue Album in einem ganz anderen Klanggewand.

Der Kapellmeister der Bad Seeds, Warren Ellis, legt die Geschichten geradezu ins musikalische Himmelbett. Nur einem Gute-Nacht-Kuss möchte man sich bei seinem Bartwuchs verwehren. Der dichten, nebulösen Atmosphäre des Albums kann man sich hingegen kaum entziehen. Ein aufziehendes Gewitter, man sieht die Lichtblitze über den Himmel zucken und vermag den Donnerschlag schon zu hören. Nur nass wird man eben nicht, das Unwetter zieht ganz knapp vorbei (eben getreu dem Motto „Push The Sky Away“) und gewährt Einblicke und Eindrücke. Einsame Gitarren, verstümmelte Bässe („Water’s Edge“), Streicher und Orgeln.

Die Band bereitet ein wundersames Potpourri ihres Könnens auf, das von den Songs oder besser Erzählungen, durchbohrt, begleitet und bewundert wird. Und es gibt immer noch eine Menge zu berichten. Fast nackte Mädchen aus der Hauptstadt am Strand, wohlwissend um die Blicke, die an ihnen kleben.

Wikipedia als Gedächtnisstütze („We Are Real Cool“). Das unbekannte Wesen an seiner Seite und wohl auch in seinen Beeten. Was soll und muss man über seine Frau wissen? Und was zur Hölle ist dem armen Mann auf dem Weg nach Genf passiert? („Higgs Boson Blues“). Kann Miley Cyrus nicht schwimmen?

In der knappen Dreiviertelstunde werden geradezu kafkaeske Geschichten erzählt, absurd, tragisch  und manchmal komisch. Man kann die neun Tracks eigentlich kaum voneinander losgelöst betrachten, Hören an einem Stück empfiehlt sich. Der Australier Nick Cave scheint mittlerweile den Spaß am Zitieren verloren zu haben. Oder Robert Johnson hat die Bibel ausgeliehen. Jedenfalls kommen die Texte diesmal ohne Anleihen aus der Heiligen Schrift aus.

Mit „Push The Sky Away“ beweist der Derwisch Nick Cave mal wieder, dass er ein großer Fantast und  Erzähler ist und mit den Bad Seeds auf ein hervorragendes und innovatives, musikalisches Fundament bauen kann. Diese Platte dürfte wohl kaum einen seiner Jünger enttäuschen.

Nach dem Erscheinen des Albums wurde viel interpretiert und konstruiert. Nick Cave wurden Altersweisheit und Milde angedichtet. Der Beginn seines Alterswerks. Alterswerk? Um es mit seinen eigenen Worten zu beantworten: „Who cares, who cares what the future brings?“ Dieser Mann wird nie auf Nummer sicher gehen. Und er wird es nie nötig haben.

Der Mann blickt aus dem Fenster auf die Jubilee Street. Seine Frau ist aus dem Garten verschwunden. Er denkt: „You grow old and you grow cold“. Einstweilen wird er das aber verschieben.

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