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A Day To Remember – Live im Zenith, München

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„Put your hands in the Air!“, ruft A Day To Remember-Sänger Jeremy McKinnon. Das Besondere dabei: er steht in einem Megaball aus Plastik und wird sich gleich in diesem Gefährt durch das Publikum rollen. Zu den Tönen von „It’s Complicated“ übernimmt Lead-Gitarrist Kevin Skaff den Gesang, während die Zuhörer im Münchner Zenith die Hände in die Höhe strecken. In den nächsten Sekunden walzt ein erstaunlich schnell rasender Megaball auf sie zu. In einem wahnwitzigen Tempo ist der rennende Jeremy McKinnon an den Händen vorbei und absolviert seinen abenteuerlichen Parcours ohne Sturz.

Zuvor zeigen The Story So Far als erste Vorband Pop-Punk vermischt mit Post-Hardcore, ehe Every Time I Die rassigen Metalcore zelebrieren. Zwar ist die Performance wirklich gut, aber selbst im Bereich vor der Bühne tut sich erstaunlich wenig. Ein paar schütteln ihre Köpfe im Takt, doch lediglich direkt vor dem Sänger entfaltet sich ein kleiner Mosphit.

Im Zenith stellt sich an diesem Samstagabend die Stilfrage. A Day To Remember vereinen durch ihren radikalen Pop-Einschlag mittlerweile eine breite Masse an Hörern, die oftmals weniger auf die harten Melodien stehen, sondern eher auch die etwas poppigeren Kollegen von Paramore oder Fall Out Boy hören. Insofern zeigen beide Vorbands zwar die Wurzeln von A Day To Remember an, scheinen aber in der großen Halle des Zenith irgendwie fehl am Platz. Sie deuten aber auch an, dass die Band trotz des Schielens auf die Radiocharts immer noch ihre musikalischen Wurzeln kennt. Gerade live wird deutlich, dass die Amerikaner ihrem Publikum vor allem ihre harte Seite zeigen wollen.

Auf den Opener „All I Want“ folgen “I’m Made Of Wax, Larry, What Are You Made Of?“ und “Homesick”. Ständig stürzen Konzerbesucher beim Stagediven buchstäblich vom Himmel herunter und müssen aufgefangen und sicher nach vorne transportiert werden. „2nd Sucks“ verwandelt dann die Menge in einen tobenden, kratzenden und fauchenden Moshpit.

Bei „The Document Speaks For Itself“ wird als Intro die Stimme von Labelchef  Tony Brummel von Victory Records eingespielt. Mit ihm lieferten sich A Day To Remember seit 2011 gerichtliche Auseinandersetzungen und er verhinderte lange die Veröffentlichung des neuen Albums „Common Courtesy“. Erst nachdem A Day To Remember im Oktober einen Prozess gegen das Label gewannen, standen die Ampeln auf Grün für die Veröffentlichung. Tony Brummel ist wohl ein schlechter Verlierer, denn nach der Nachricht der Albumveröffentlichung hinterließ er ihnen diese Voicemailnachricht auf dem Anrufbeantworter. Für die Liveversion wurde der Anruf etwas zusammengeschnitten und auf den ständig wiederholten Kernsatz „I’m gonna sue you“ reduziert. Die brachiale Gewalt des Songs schlägt sich vor allem im grandiosen Finale rund um den Kernsatz „No fucking respect“ wieder, dessen Bedeutung Lead-Gitarrist Kevin Straff uns im Interview erklärte.

Insgesamt zeigen A Day To Remember eine grandiose Performance. Auf der Bühne beherrschen sie das Spiel zwischen Gut und Böse perfekt – und können  auch die Mischung dosieren. Auf die ultraharten Bretter folgen mit „You Had Me At Hello“ und „If It Means A Lot To You“ zwei Akustiknummern, die die Moshpits verrauchen lassen und allen Luft zum Durchschnaufen geben. Feuerzeuge werden herausgeholt und erzeugen eine fast schon feierliche Atmosphäre. Schwerpunkt bleiben insgesamt allerdings trotzdem die harten und schnellen Songs, von den poppigeren „Common Courtesy“-Songs befindet sich kein einziger auf der Setlist.

Stolze 22 Songs umfasst diese am Ende – und A Day To Remember beweisen hier in München, dass sie auch die großen Zuschauermengen spielend beherrschen können. Das Geheimnis liegt wohl in der bandeigenen Mischung aus relaxten Pop-Punk-Songs und den dazwischen gestreuten harten Brettern, die so zu keiner Sekunde Langeweile aufkommen lassen. Große mitreißende Refrains enthalten sowieso alle der Songs.

Zwar fällt auf, dass im Vergleich zu früheren Shows erstaunlich wenig an Beiwerk geboten wird: Weder gibt es Konfettiregen, keinen Luftballonabwurf, noch die großen Spielbälle vergangener Jahre. Vielleicht hatte die Band durch den lang anhaltenden Rechtsstreit auf dieser Tour auch nicht die finanziellen Mittel für mehr Entertainmentprodukte. Dafür würde sprechen, dass die denkbar günstigste Variante der Eventtechnologie beibehalten wurde: Kurz vor Schluss bricht eine tosende Welle von in die Luft geworfenen ausgerollten Klorollen über die Zuschauer herein. Eine einfache und günstige Variante, die verdeutlicht, dass A Day To Remember ihren Humor behalten haben – trotz an den Nerven zehrenden Gerichtsverhandlungen über die Bandzukunft. So bleibt als Kern die Musik – und das ist doch die Hauptsache.

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