I Break Horses - ChiaroscuroI Break Horses 2011 Debüt “Hearts” war eine mutige Scheibe, auch wenn der elektronische Shoegaze des schwedischen Duos kaum bahnbrechend rüber kam. Mit Stücken wie “Winter Beats” und dem Titeltrack, dem besten Songs auf dem Album, bauten sie sich eine beachtliche Fan-Basis auf und auch andere Künstler wurden auf sie aufmerksam. Die französische Elektronic/Dream-Pop-Band M83 nahmen sie als Vorband mit auf Tournee und I Break Horses stahl denen fast die Show.

Jetzt drei Jahre später sind sie nun mir ihrem Nachfolger “Chiaroscuro” zurück, der durch schwere Elektro-Beats geprägt ist und den Shoegaze-Sound ein wenig in den Hintergrund drängt. Dance-Hymnen wie “Faith” und “Denial” klingen wie aus der Tiefe gezogen und von Nebelschwaden umringt, dazu denke man sich noch Stroboskoplicht hinzu und man bekommt ungefähr das Gefühl, wie sich der “neue” Sound anhört.

Im Großen und Ganzen ist “Chiaroscuro” jedoch mit du?steren Tracks wie dem Opener “You Burn” und “Heart To Know” bestückt. “Heart To Know”, mit dem I Break Horses ihr Werk abschließen, ist ein fast acht Minuten langes Werk, was von knarzenden und metallischen To?nen verzerrt wird. Es hat fast schon etwas von einer Geduldsprobe. Dazu wirkt es, als seien die Gesa?nge ru?ckwa?rts gespielt und mit verzerrten Frequenzen versehen worden. Das klingt wunderscho?n und unertra?glich schwermu?tig zugleich.

“Chiaroscuro” bietet harmonische Zusammensetzungen, hypnotische Beats und so manche expressive Ideen. Aber eben auch Anlass zur Kritik. Neben dem Totalausfall “Weigh True Words” stören die amateurhaften Stimmmodulationen im Chor. Das Engagement hin zum Konzept-Album zeigt im Herzen ihrer Musik trotzdem eine fragile Schönheit, die hoffentlich beim nächsten Versuch noch ausbaufähiger ist.

Jetzt bleibt nur abzuwarten, wie die Fans auf diesen Kurswechsel reagieren, denn mit ihrem Debüt hatten sie ja viele überzeugt. Es gehört schon Mut dazu, sich auf ein solches Risiko einzulassen. Aber anderseits wird ja auch immer beklagt, dass bei vielen Bands Stillstand in der Entwicklung ihrer Musik angesagt ist. Nun traut sich eine junge Band mal was und das allein sollte doch schon ein Lob wert sein.

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