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Nathaniel Rateliff – Falling Faster Than You Can Run

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Unter dem Namen Nathaniel Rateliff & The Wheel wurde 2007 das Album “Desire And Dissolving Men” veröffentlicht. Rateliff war in Denver eine lokale Folk-Größe und es sollte bis 2010 dauern als er „In Memory Of Loss“ als Solokünstler herausbrachte. Das Mojo Magazin bewertete zu Recht mit vier Sternen. Die Bühnen teilte Rateliff mit Mumford & Sons, The Lumineers, Dawes, Michael Kiwanuka, Dr. Dog und einigen anderen. Nicht der Glanz jener Namen verschaffte ihm Reputation, sondern seine Eigenwilligkeit als Person und sein künstlerisches Wirken. Neuerdings tritt er auch als Soul/R&B-Act unter dem Namen Nathaniel Rateliff And The Night Sweats in Erscheinung.

Den Nachfolger von „In Memory Of Loss“ betitelte Rateliff „Falling Faster Than You Can Run“, das er gemeinsam mit Jamie Mefford produziert hat. Während der vielen Konzerte der letzten Jahre, die Rateliff bestritt, entstand seine neue Songsammlung ganz unter den Eindrücken des Unterwegsseins und der damit verbundenen Einsamkeit. Das Alleinsein zu zweit deutet das Coverartwork auf der Front- wie Innenseite an. Weiße zerknitterte Laken, nackte Körperteile und ein lichtdurchfluteter weißer Vorhang vermitteln bereits eine erste Ahnung was musikalisch auf den Hörer zukommen wird.

 Selbstversunken scheint Rateliff seine Texte in den Bart hinein zu nuscheln und an den Saiten der Akustischen zu zupfen, bevor die Songs mit Drums ins Lautmalerische überführt werden und Rateliff mit seiner Stimme die Seele freilegt. Seine und die des Hörers, denn Rateliffs Intonation trifft unmittelbar. Immer wieder hält er inne, setzt Kunstpausen, verzögert, nur um wieder auszubrechen, hier und da mit dramatischen Stromgitarrenklängen oder polterndem Getrommel. Das Melodische wird wiederholt rhythmisch durchdrungen, das Leise dem Lauten gegenübergestellt. Er verleiht seinen Texten Nachhaltigkeit, in dem er mal wütend laut, mal sanft umschmeichelnd agiert. In seinen Lyrics arbeitet er mit kurzen Sätzen, die er mit einem Punkt abschließt. Er zerhackt sie förmlich, zersingt sie, doch die Fragmente ergeben Sinn, Melodie und Rhythmus finden zueinander.

Einige der Songs finden gegen Ende eine Art Befreiung, werden mit Gitarren, Drums und Orgel in ein leidenschaftliches Glücksgefühl transformiert wie es z.B. auf „Nothing To Show For“ der Fall ist. Unglück und Glück scheinen in Rateliffs Welt untrennbar voneinander, sich geradewegs zu bedingen. Manchmal sind es ein paar Bläsersätze, die Wärme und Leichtigkeit verbreiten („Right On“) und die raue Stimme des Protagonisten in ein sanfteres Licht tauchen. Das raue Nuscheln hat auch das Sanftmütige, die weichen Phrasierungen in petto. Ein bärtiges Schmeicheln, umgeben von einsamen Pianotakten oder Akustikgitarren-Geklimper wie wir es auf „Three Fingers In“ und dem Titelsong erfahren.

Nathaniel Rateliff lebt in seinem eigenen Kosmos, der vom Zuhörer etwas Hingabe erfordert, um daran teilzuhaben oder einzutauchen. Verloren gehen wir dabei nicht, denn hinter der Melancholie und der Bärbeißigkeit finden wir Poesie und Schönheit. Begriffe die sich im durchschnittenen Bild der weißen Laken, den getrennten nackten Körperteilen und einem geteilten weißen, lichtdurchfluteten Vorhang spiegeln. Stimme, Musik, Texte und Artwork ergeben so ein kleines Gesamtkunstwerk, das auf der ganzen Linie überzeugt!

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