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Neues Buch über Kraftwerk: Die Zukunft hören Neues Buch über Kraftwerk: Die Zukunft hören

Neues Kraftwerk Buch

Und noch eine Biographie. Bzw. der Versuch einer solchen. Von Autor David Buckley kommt ein neues Buch über Kraftwerk mit dem Titel „Die Zukunft hören“. Schon zu Beginn wundert sich David Buckley über die Auswahl von Fernsehzuschauern bezüglich der bekanntesten Deutschen. Während in einer ZDF-Abstimmung 2003 Musiker wie Herbert Grönemeyer , Campino von den Toten Hosen oder Ex-Schlagerstar Nicole unter die 200 bekanntesten Deutschen gewählt wurden, war kein einziges Mitglied von Kraftwerk darunter.

Im Ausland, insbesondere in Großbritannien sieht es da schon etwas anders aus. Krautrock ist dort seit seinem Entstehen respektiert und anerkannt, z.B. durch Brian Eno oder David Bowie, die sich begeistert davon zeigten.Bands wie Can , Neu! oder Tangerine Dream ließen einen neuen Produktionsmodus enstehen, der die klassische Strophe-Refrain-Struktur auflöste und durch eine eher prozessuale, synthetische Art des Musikmachens ersetzte.

Kraftwerk entstanden 1967 um den wohlhabenden Architektensohn Florian Schneider-Essleben und den später unbestrittenen Kopf Ralf Hütter. Der anfängliche Name war „Organisation“. Aus den krautrockigen, improvisatorischen Anfängen entstanden später 1974/75 die beiden den Alben „Autobahn“ und „Radioaktivität“, die eine ganz neue Art von Popmusik verkündeten, mit elektronischen Klangerzeugern und einer strikten Anti-Rock’n’Roll-Haltung mit Anzügen und Facharbeiterkitteln statt Lederjacke und Jeans.

Die beiden Kraftwerk Masterminds ließen nie viel über sich oder die Band verlautbaren und damit kämpft auch David Buckley in seiner Biografie. Die vielen Lücken versucht er, mit Anekdoten von Wegbegleitern zu füllen, im Wesentlichen von den beiden Schlagwerkern Karl Bartos und Wolfgang Flür, die zur Stamm-Besetzung von 1974 bis 1981 gehörten. Dazu gehört das angebliche Abservieren ihres Produzenten Conny Plank durch Schneider-Essleben und Hütter sowie dass die beiden alle anderen Mitmusiker wie Gastmusiker behandelten.

Leider bleibt David Buckley in seinem Buch daher zu sehr in der konventionellen Chronistenperspektive gefangen, mögliche analytische Spuren werden nicht verfolgt. Stattdessen werden Kraftwerk dafür gelobt, das Computerzeitalter vorausgesagt zu haben, wobei sich Kraftwerk diesbezüglich eher retro-futuristisch gaben und mit modernen Trends wie Techno nichts am Hut hatten. Zeitlos sind Kraftwerk vor allem wegen ihrer besonderen Soundarchitektur.

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