Miss Platnum entdeckt sich neu

Dies unterstreicht auch der Slogan ihrer PR auf bildliche, beinah schon philosophische Weise: “Miss Platnum ist tot, es lebe Miss Platnum.” Weitreichendes Interesse auf ihre neue Platte “Glück und Benzin” wurde so publikumswirksam geschürt. Mit Erscheinen der Platte gewann der PR-Slogan im Kopf des geneigten Hörers noch weiter an Tiefe. Der Clou: Miss Platnum schafft es tatsächlich, sich neu zu erfinden, bleibt sich aber interessanterweise trotzdem selbst treu. Die in Rumänien geborene Berlinerin ist zwar musiktechnisch nicht mehr so partybezogen wie einst, doch beweist musikalische Hingabe zu tiefer schwingenden Dingen. Auch der Wechsel von englischen Texten hin zu deutschen ist ein großer Schritt näher zu sich selbst – zu ihrer bürgerlichen Persönlichkeit Ruth Maria Renner. Sie ist zu einer Musikerin geworden, die sich deutlich von weltmusikalischen Partytracks entfernt und sich aufmacht, einen neuen Weg zu beschreiten Richtung elektronisch angehauchten R&B mit tiefsinnigen, selbstbezogenen Texten.

Der Spaß bleibt allerdings trotzdem nicht auf der Strecke. “Die Party ist nicht vorbei, aber es wird nicht mehr nonstop gefeiert”, fasst die Musikerin es im AMPYA-Interview selbstbeschreibend zusammen. In “Glück und Benzin” geht es eben nicht nur um die Lichtmomente, sondern auch um die Schattenseiten des Lebens und der Liebe. Der Himmel leuchten mal blau, mal grau und mal ist er schwarz – so ist das Leben eben. Der einstmals durch ihre berühmt-berüchtigten “Future Gypsy”-Outfits bekannt gewordenen Komplizin von Marteria und Yasha mit Namen Miss Platnum steht diese neue Reife ausgezeichnet. Sie bereichert ihre Musik mit einem Plus an Seelenleben und persönlichen Einblicken. “Es geht bei mir nicht nur ums Fressen und ums Lustigsein. Das ist mir zu flach und zu plump”, so die Musikerin.

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