Jan Delay – Hammer & Michel – das Rockdebüt

Mit dem vierten Soloalbum “Hammer & Michel” meldet sich nun das Hamburger Urgestein Jan Delay zurück und übt sich im knallharten Rockgeschäft. Nach Gründung der Hip-Hop-Formation Beginner, früher auch Absolute Beginner, und bereits drei produzierten Soloalben ist Jan Phillip Eißfeldt alias Jan Delay mit einer Rockplatte zurück im Geschäft und wirft so einige Fragen in die Menge. Warum ausgerechnet Rock nachdem er schon mit seinen Reggae und Soulalben große Erfolge feierte?

Schon mit den Beginnern trat der Erfolg für den 38-jährigen Musiker ein – die Tracks “Füchse” oder “Liebeslied” sind noch heute sehr bekannt und in der deutschen Hip-Hop-Szene ein Muss. Auch die Soloprojekte in den Jahren 2001, 2006 und 2009 landeten teilweise auf hohen Chartplatzierungen.

Hört man den Namen Jan Delay, so fallen einem sofort die typischen Ohrwürmer ein. Ob “Oh Johnny” oder “Klar” – der Musiker hat sich in kürzester Zeit in die Köpfe Deutschlands gesungen und sahnte dabei einige begehrte Preise Deutschlands ab. Als bester Künstler gewann er schon die 1Live Krone oder den Echo für den besten Hip-Hop Urban Act.

Zurück ist er nun mit zwölf Tracks auf dem Rockalbum “Hammer & Michel”. Vorabveröffentlichungen wie “Wacken” oder “St. Pauli” sorgten für viel Aufsehen. “Ich will hier weg, ich geh’ nach Wacken” ist wohl das aussagekräftigste Statement des Albums.

Mal eine Auszeit vom Hip-Hop, Reggae und Soul-Musikerleben und auf nach Wacken zum Heavy-Metal Festival. Endlich einmal etwas Neues und Aufregendes erleben. Es scheint als wäre das der Fall der gesamten Produktion und Intention der Platte.

Mit krachenden Gitarrensounds auf “Liebe” oder dem Versuch einer richtigen Rocker-Hymne in der “Scorpions-Ballade” zeigt Jan Delay, dass er wandelbar und interessant zugleich ist. Delays typische Ironie spiegelt sich schon gleich bei dem ersten Ansehen der Tracklist wider.

“Dicke Kinder” oder “Hertz 4” sind Teil dieser und geben der Platte den letzten feinen Schliff. Inspiration scheint der Neurocker beim deutschen Punkrock à la Nina Hagen gesucht und gefunden zu haben. Obwohl es als sein Rockdebüt angepriesen ist, gibt es auf der Platte zum Teil auch, für Delay typische, tanzbare Songs wie “Action”.

Ob es gleich nach Wacken geht, ist zu bezweifeln, aber klarzustellen ist, dass Jan Delay mal wieder ein grandioses und vor Freude sprühendes Werk der Musik kreierte. Zu sehen gibt es den Musiker dieses Jahr unter anderem bei Rock am Ring oder Rock im Park.

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