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Wye Oak (Credit City Slang)
Wye Oak – Shriek

Wye Oak – Shriek – War alles schon da

Wye Oak sind ein Indie-Rock Duo aus Baltimore, Maryland. Es besteht aus Andy Stack, verantwortlich für das Schlagzeug und die Keyboards, und aus Jenn Wasner am Gesang sowie der Gitarre. Bekannt wurden sie durch das Lied „Civilian“, das in verschiedenen amerikanischen Serien wie zum Beispiel „The Walking Dead“ oder „Being Human“ benutzt wurde.

Wye Oak spielen eine Mischung aus Folk und Indie-Rock, dabei wird das Ganze unterlegt mit Synthie-Sounds. Es ist aber immer ein wenig Hype dabei, wenn ein Lied einer Band in TV-Serien verwendet wird. Daher kennt es jeder und oft wird die Musik bei kitschigen oder dramatischen Szenen eingesetzt. Damit entsteht der Eindruck, dass ein Stück so besser ist, als wenn man es sich einfach nur auf dem Tonträger anhören würde.

Heutzutage wird aber sowieso jede Band, die Folk mit Synthesizer-Sounds vermischt, sofort als das nächste große Ding angekündigt. Dann kommen noch die coolen Klamotten, dazu ein schräger Look und schon ist man in aller Munde. Was hier aber manchmal zu kurz kommt, ist die Musik an sich. Diese ist im Fall von Wye Oak eher durchschnittlich.

Es fängt schon beim Opener „Before“ an. Der Name des Stücks hätte nicht besser gewählt sein können. Ein müdes Stück Musik, was uns einige Intellektuelle sicherlich wieder als Kunst verkauft wollen. Aber im Grunde genommen gab es solche Lieder schon „before“ und dies auch ganz klar in besseren Versionen. Man nehme zum Beispiel die experimentelle Phase von My Morning Jacket oder das Solo-Werk von Portishead-Sängerin Beth Gibbons. Auch bei „The Tower“ wollen Wye Oak einfach zuviel des Guten. Ein wenig Synthie, dann noch ein Gesang, der natürlich ein bisschen unkonventionell klingen soll, damit man auch wirklich hip ist.

Ist in der Musik von „Shriek“ schon alles gesagt, getan und gespielt worden? Diese Frage kann man nur mir einem klaren „Ja“ beantworten. Da hilft es auch nicht, wenn man drei oder vier verschiedene Stile in einen Mixer wirft und glaubt, dies sei nun ein neues Genre. Wye Oak wollen wie eine Mischung aus Portishead und Tom Waits klingen, sind aber weit davon entfernt.

„Shriek“ ist einer dieser Platten, die jetzt überall 5 Sterne kriegt und in sechs Monaten Schnee von gestern ist. Man darf aber auch nicht den Fehler machen, Wye Oak als eine musikalisch schlechte Band abzustempeln. Nein, denn dafür ist doch schon genug Potential da. Aber wenn sie vielleicht eher eigene Ideen entwerfen würden, anstatt bei diesem oder jenem Musiker abzukupfern, dann wäre sicherlich mehr drin. Die Lieder sind in der Studio-Version anhörbar, aber wer sich mal Mühe macht und ein paar Live-Clips von der Band anschaut, der merkt sofort, dass es sich hier um eine fast reine Studio-Band handelt.

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