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Teleman (Credit Moshi Moshi)

Teleman – Breakfast – Brian Wilson lässt grüßen

Teleman, das sind Thomas Sanders (Gesang, Gitarre), Hiro Amamiya (Percussions), Jonny Sanders (Synthesizer) und Pete Cattermoul (Bass). Sie kommen aus London und präsentieren uns ihr Debüt „Breakfast„.

Irgendwie kommt es einem vor, als würde sich hier eine Band vor Brian Wilson, dem Meister der süßen Melodien, verneigen. Und zwar, indem sie hübsche Pop Songs schreiben und sie mit dezenter Electronica unterlegen.

Schon der Opener „Cristina“ legt den Gehörgang mit fliederfarbenen Federkissen aus und bettet darauf verschwenderische Keyboards von himmlischer Schönheit. Hier wird geschmachtet und geschwärmt, Teleman kolorieren Melodien in den hinreißendsten Nuancen und erschaffen eine kolossale Klangidylle, die eigentlich viel zu schade dafür ist, unentdeckt wieder in der Versenkung zu verschwinden. Teleman beobachteten mit Vorliebe das Leben der Anderen und bündeln ihre Beobachtungen und Erkenntnisse in ebenso pointierten wie mitfühlenden Worten.

In „Steam Train Girl“ klingen sie wie die verlorenen Brüder der Beach Boys, präsentieren sich in „Skeleton Dance“ außerordentlich beschwingt und haben mit „Redhead Saturday“ ein ganz besonderes Kleinod parat. Es klingt wie ein stilvoll vorgetragenes Sehnsuchtsprotokoll eines geduldig Wartenden, der sich die blaue Stunde damit vertreibt, aus Einsamkeit doppelt so viel zu trinken.

Von Americana-Bands leiht sich das Quartett einen Teil des Instrumentariums und ähnlich klingende Sound-Samples. Ab und an aber auch den pathetischen Sound. Das Ergebnis ist ein zuckersüßes, keimfrei produziertes Geplätscher, das sogar an den ewigen Geheimtipp Grandaddy oder ähnliche Bands erinnert, allerdings ohne deren kauzigen Charme und ohne zumindest einen dezenten Schuß Rock-Attitüde zu besitzen. Kein Song ragt hier heraus oder sorgt für interessiertes Aufhorchen, nirgendwo gibt es ein paar Ecken oder Kanten, alles ist steril abgeschliffen.

Breakfast“ ist für Musikfreunde interessant, die auf Indie-Rock Light stehen. Eingängige, zu Herzen gehende Pop-Harmonien, die aber nie platt oder gar billig wirken, dazu Texte voller Wehmut und Mitgefühl. So liegen Herzschmerz und Hoffnung bei Teleman stets nah beieinander. Das kann man sich gut anhören, dürfte zur ein oder anderen Liebeskomödie als rosa Sounduntermalung dienen, oder als nette Hintergrundmusik, wenn man mit der Freundin kuscheln und in ihrem Arm einschlafen will.

So gesehen passt der Ausdruck Kammer-Pop dann doch irgendwie am Besten. Aber in der Kammer, in der bei Teleman kopuliert wird, gibt’s keine prickelnde Erotik, sondern eher braven Blümchen-Sex. Aber auch das soll ja manch einer  mögen.

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