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Kongos – Lunatic – ungeschliffener Folk-Rock

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Es poltert und kracht, als würde das Schlagzeug mit massiven Brettern zertrümmert. Ein irres Gebrabbel im Hintergrund fragt sich vermutlich „Why do I do what I do?“ und schon beginnt ein verschwörerischer Männergesang unterlegt mit einer rauen Akkordeon-Melodie. Sind Kongos (die Band möchte nicht „die“ Kongos genannt werden) in Wirklichkeit die Crew eines Piratenschiffes? Bei „I’m Only Joking“, dem ersten Stück auf ihrem Debüt-Album „Lunatic“ geben sich die vier Brüder jedenfalls alle Mühe, diesen Eindruck zu vermitteln. Der Song lädt zum Mitgröhlen ein und am Ende sind sogar Kanoneneinschläge spürbar. Erster Eindruck: Absolut dreckiger Sound. Sehr schön!

Dylan, Daniel, Jesse und Johnny sind die Söhne von John Kongos, einem Sänger und Songwriter aus Johannesburg (Südafrika), der hierzulande in den 70er-Jahren mal einen Hit mit „He’s Gonna Step On You Again“ hatte. Seine Söhne wurden in London und Südafrika geboren. Inzwischen lebt die Familie in Phoenix (Arizona, USA). In den Heimatländern der Band ist das Album „Lunatic“ ist keineswegs neu. Bereits 2011 wurde es mit großem Erfolg in Südafrika veröffentlicht. In den Vereinigten Staaten schafften es Kongos erst in diesem Jahr mit einer Neuveröffentlichung der Platte in die Charts.

„Come With Me Now“ war ihr Hit in Südafrika ebenso wie in den USA. Ein lautstarker Folk-Country-Rock-Song mit Cowboy-Akkordeon, der nach einem Roadtrip auf staubigen Highways klingt. Mit „I Want To Know“ folgt ein klassischer Reggae-Song mit Off-Beat, einer groovigen Bassline und einem mehrstimmigen Mitsing-Refrain. Der Kongos-Touch kommt hier durch die extrem verzerrten Rockgitarren, die sich harmonisch an den warmen Karibik-Sound anschmiegen. Irgendwie ist alles ein bisschen verzerrt bei Kongos: Die Stimmen, das Keyboard, sogar die Drums.

Das beraubt selbst poppigen E-Piano-Balladen wie „Escape“ jeglicher Schnulzigkeit und macht zusammen mit Johnny Kongos Akkordeon den unverkennbaren Sound der Band aus. Bei „Sex On The Radio“ steht der Akkordeonspieler mitten in einem Pub. Es wird geklatscht und getanzt. Dann wandelt sich der Song über eine verträumte Passage zu einer treibenden Alternative-Rock-Party-Nummer.

Rau, dreckig und trotzdem warm und melodisch – so klingen Kongos. Dieser Sound hat einen großen Wiedererkennungswert und erlaubt der Band, viele Musikstile und Rhythmen auszuprobieren ohne sich selbst dabei untreu zu werden. So tauschen sie Genres wie Rock, Indie, Folk und Pop, als wären es Kleidungsstücke in einem Kostümladen. Das Album wird nie langweilig und wirkt trotz der hohen Abwechslung an keiner Stelle unglaubwürdig.

Fazit: „Lunatic“ klingt frisch und ungeschliffen wie ein Demo-Tape, bietet aber trotzdem hohe Qualität und starke Songs.

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