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Sinkane – Mean Love

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Mit Hypes ist es so eine Sache. Manchmal halten sie, was sie versprechen. Meistens jedoch nicht. Im Fall von Sinkane ist die ganze Begeisterung zum Glück völlig berechtigt. Seine internationale Biografie merkt man seiner Musik an. Geboren in London als Sohn sudanesischer Eltern wuchs er in Ohio auf und wohnt mittlerweile in New York. Auf seinem Debütalbum „Mars“ klangen diese vielfältigen Einflüsse bereits an. Auf seiner neuesten Veröffentlichung „Mean Love“ brechen sie nun aber vollends durch.

Dass Ahmed Gallab der Schulterschluss zwischen modernem R’n’B und dem Soul der 60er Jahre gelingt, ist schon ein kleines Kunststück. Darüber hinaus wird aber auch noch fleißig Jazz, Funk und vor allem Afrobeat eingebunden. Die Verschmelzung zwischen der alten und neuen Heimat sozusagen. All das funktioniert überraschend gut. Obwohl beispielsweise Afrobeat und R’n’B gegensätzlich wirken, vereint Sinkane sie zu einer authentischen Mischung, in der mal das eine, mal das andere Genre das Ruder übernimmt.

Schon der Opener „How We Be“ beweist, dass die Verknüpfung dieser verschiedenen Stile eine gute Entscheidung war. Dort trifft das Smoothe des (Post-)R’n’B auf das Ekstatische des Soul und vereint sich zu einer bunten Black Music-Melange. An anderer Stelle scheint hingegen Folk-Musik stärker durch, etwa in dem Titeltrack „Mean Love“. Vor allem aber schweben einem die Namen von Sade und Curtis Mayfield im Kopf herum, wenn Sinkane zu seinem samtweichen Gesang ansetzt.

Die beiden letzten Tracks „Son“ und „Omdurman“ fassen das Konzept des Albums zusammen. Während „Son“ auf die eigenen Wurzeln hinweist („I will not forget where I came from“), fragt sich Sinkane in „Omdurman“, wo er sich eines Tages niederlassen wird. Darin dürften sich Millionen Menschen mit Migrationshintergrund wiederfinden, denn eben diese Zerrissenheit zwischen Geburts- und neuem Wohnort ist ein Phänomen, das in den meisten Gesellschaften der Welt auftritt. Sinkane trifft damit einen Nerv und bedient sowohl musikalisch als auch inhaltlich den Puls der Zeit.

Der Cocktail aus westlicher und afrikanischer Musik glückt. Möchte man nun pathetisch sein, könnte man dies als anschauliches Beispiel dafür heranziehen, dass Multikulti eben doch funktioniert. Doch auch auf der nicht-politischen, sondern künstlerischen Ebene ist „Mean Love“ wertvoll. Ein großartiger Sänger trifft auf gute Instrumentals und beweist auch noch Talent beim Schreiben. Etwas besseres kann der momentan verschlafenen R’n’B-Szene, die nur durch Künstler wie James Blake oder Sohn aufgewirbelt wird, nicht passieren. Und während Blake und Sohn den R’n’B in Richtung Dubstep und Elektro neu interpretieren, besinnt sich Sinkane auf dessen Ahnen und erschließt damit eine ganz neue Facette.

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