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The Hidden Cameras (Credit Norman Wong)

The Hidden Cameras – Demnächst live in München

Achtung München! Bürgersteige hochklappen, Schneeketten anlegen und Hörgeräte abstellen! Joel Gibb und The Hidden Cameras gehen wieder um. Die berühmt-berüchtigte Queercore-Undsoweiter-Kappelle aus Kanada mit Hauptwohnsitz Berlin macht erneut Station in der Lederhosen-Hauptstadt.

Und pardautz! Da werden Erinnerungen wach. An Mehmet Scholls legendäres Abschieds-Spiel 2007 in der Allianz Arena. Was für ein Gaudi! Zwei Tracks lang mischten männliche Gogo-Tänzer den Franz-Beckenbauer-Cup auf. Und heizten den Fans des FC Bayern Münchens und FC Barcelona ein. Und hinterher die nachfolgende Party im Zelt. Oha! Auf einschlägigen Video-Plattformen kursieren Filmdokumente. Da legst dich nieder. Für die Idee zu diesem richtungsweisenden Fußball-Nebenher-Event kann man eigentlich nur den The-Hidden-Cameras-Fan Mehmet Scholl freundschaftlich auf die Schulter klopfen. Schön, dass so eine längst überfällige Diskussion losgetreten wurde.

Andererseits: wer vielleicht nicht so genau hingeschaut und hingehört hat, dem wird vielleicht entgangen sein, was Joel Gibb und FreundInnen zu dem manchmal doch recht einlullend poppigen Gedudel so alles zu Themen wie Sex, Religion und gute Laune vom Stapel lassen. Subversion, olé!

So vermerkte Thomas Winkler in der ZEIT: „Dieser Kontrast ist es wohl, der die Hidden Cameras so weit heraus aus der schwulen Subkultur und so weit hinein in den Mainstream geführt hat. Die Stigmatisierung hat nachgelassen, der Erfolg von Rufus Wainwright oder den Scissor Sisters beweist es. Die neueste Welle »schwuler« Bands steht für einen Paradigmenwechsel im Popgeschäft, ihr Erfolg beim breiten Publikum zeigt, dass die Travestieshow mit ihren Zoten und Anspielungen längst nicht mehr der einzige erlaubte Ausdruck abweichender sexueller Orientierungen ist. Früher hätten die Hidden Cameras konkurrieren müssen mit den aufgetakelten Playback-Virtuosen auf den Bühnen schwuler Clubs, heute teilen sie ihre Fans mit Gruppen wie Belle & Sebastian, Arcade Fire oder Radiohead .“

Ob Queercore, Electro-Pop, Goth-Dingens oder Weiß-der-Geier – ganz egal, was The Hidden Cameras in München diesmal auffahren werden. Das Konzert wird gewiss ein toller Spaß.

The Hidden Cameras live

05.10.2014, München – Atomic Café

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