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Avi Buffalo – At Best Cuckold

Als Teenager in Long Beach war Avigdor Zahner-Isenberg quasi mit seinem Skateboard verwachsen. Eine Hüftfraktur zwang ihn, das Brett mit den vier Rädern vorerst an den Nagel zu hängen. Seine Eltern verwehrten ihm in dieser Zeit sogar einen Gameboy und so konzentrierte sich Zahner-Isenberg auf das Gitarrespielen. Später hing er in der lokalen Musikszene ab, jammte und begann erste Songs zu schreiben. In der High School gründete er eine Band, der er den Namen seines bisherigen Pseudonyms verpasste. Die Formation Avi Buffalo war geboren. Es folgten Auftritte in örtlichen Cafes und bei einer Show in einem veganen Restaurant entdeckte sie der Toningenieur Aaron Embry, der bereits mit Emmylou Harris und Elliott Smith kollaboriert hat.

Mit Embry nehmen Avi Buffalo den Song „What’s In It For?“ auf und stellen ihn auf MySpace, worauf Avi Buffalo beim Label Sub Pop unter Vertrag genommen wurden. Ein nahezu traumhafter Start für eine Laufbahn in der Indie-Szene. Das Debütalbum „Avi Buffalo“ bescherte ihnen Vergleiche mit The Shins, The Morning Benders, Grizzly Bear und Wilco. Wobei sie keine Kopisten sind, sondern bereits hier eine Originalität an den Tag legen, die Westcoast-Rock mit langen Gitarrensoli und Indie-Keyboard-Pop vereinen.

Nun also die aktuelle Platte „At Best Cuckold“, bei der abermals die hohe Singstimme von Avigdor Zahner-Isenberg den Zuhörer wiederholt berührt. Wenn diese dann von einer herzerweichenden E-Gitarrenfigur liebkost wird wie auf „Memories Of You“, kann einen schon eine rührselig-romantische Stimmung heimsuchen. Zudem wird das sechssaitige Instrument auf eine Gitarrensoloreise geschickt und dabei von sonnengelben Klaviertönen flankiert. Auch die Akustische wird eingesetzt und führt „Two Cherished Understanding“ und „Overwhelmed With Pride“ in ruhigere Gefilde, die mit Piano und Trompete ausgemalt werden.

Das Album hat viele weitere Highlights wie z.B. die Piano/Synthie-Balladen „She Is Seventeen“ und „Oxygen Tank“ oder charmanten Schrammelgitarren-Pop wie z.B. der Opener „So What“. Zum Finale schwelgen wir mit „Won’t Be Around No More“ in melancholischen Träumen, die selbst von einer lärmenden Stromgitarre nicht wirklich gestört werden. Neben oben genannten Interpreten weisen Avi Buffalo auch in Richtung Perfume Genius und Papercuts bzw. nehmen sich das Beste aus jenen Welten, um es mit ihrem ureigenen Kosmos zu verquicken. Avi Buffalo legen ein mehr als gelungenes Zweitwerk vor. Für Indie-Träumer und solche, die es werden wollen!

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