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King Tuff – Black Moon Spell – Verwirrend Gut

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Hinter King Tuff steckt der amerikanische Musiker Kyle Thomas. Mit seinem selbst betitelten Album aus dem Jahre 2012 landete er einen Überraschungserfolg. Das neue Werk „Black Moon Spell“ präsentiert uns aber keine 180°-Drehung, sondern knüpft eher dort an, wo er bei „King Tuff“ aufgehört hat, und zwar bei glanzvollem Rock. Wie zu Debüt-Zeiten liegt seine Stärke im Schaffen von Kontrasten. Da stehen aggressive Rocker wie „Sick Mind“ ganz selbstverständlich neben rein akustischen Tracks wie „I Love You Ugly“.

King Tuff zeigt uns wieder einmal, dass Rock’n’Roll nicht nur laut sein muss. Aber wenn, dann richtig. Auch krank darf Rockmusik schon mal sein. So mischt er in die psychedelischen Ausuferungen von „Rainbow’s Run“ schräge Abweichungen vom dem, was man als normalen Gesang bezeichnet. Das hört sich dann an, als würde die Stimme durch die Töne schlittern. Die Saiten reißen die Stimmung wieder zum kurzen Gitarrensolo auf, der Song bleibt stetig in Bewegung.

Musikalische Vergleiche zu altehrwürdigen Bands wie The Byrds, The Beatles (innerhalb ihrer psychedelischen Phase) oder den modernen, aber dennoch ähnliche Musik machenden Tame Impala liegen nahe. Sonnige Strukturen scheinen allemal durch bei diesem frischen Erstling. Ganz rund ist das ganze jedoch noch nicht. „Black Holes In Stereo“ bringt es auf den Punkt. Trotz des glatten Psychedelic-Pop besitzt die Musik von King Tuff etwas unfassbar Zerbrechliches und wirkt dadurch auch dementsprechend.

„Black Moon Spell“ ist also eine Spur geordneter und direkter als sein Vorgänger, was vor allem am stärkeren Fokus auf die Rhythmusabteilung und traditionell herausgearbeitete Melodien liegt. Natürlich hüllt King Tuff diese kleine Evolution nach wie vor in psychedelische Gewänder, lässt seine Kraut-Ausflüge funktionaler aufgestellt wirken und verzichtet keineswegs auf kratzige Gitarrenwände. Vielleicht lässt sich dieser feine Schritt am besten im abschließenden „Eddie’s Song“ zusammenfassen, das von Pop über Psychedelia hin zu Indie und Noise wandert und eine einzige große Reise ohne Rückfahrschein darstellt. Ein Sturm, der jedes Wasserglas zerspringen lässt.

Tuff lässt seinen Kompositionen Raum für Experimente, kehrt aber immer wieder in den sicheren Hafen der Melodie zurück. Das lässt für die Live-Performance noch genügend Raum, um Improvisationen auf die Stücke zu setzen, ohne den Charakter des eigentlichen Songs grundlegend zu verändern.

Unterm Strich muss man dem Album allerdings eine gewisse Einfallslosigkeit bescheinigen. Es ist keinesfalls schlecht, aber musikalisch irgendwie uninteressant. Angesichts der Heerscharen von Indie-Rock-Bands, die wie Pilze aus dem Boden wachsen, reicht das einfach nicht für die Spitze, was King Tuff hier abliefert.

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