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Erik Penny (Credit Saskia Otto)
Erik Penny (Credit Saskia Otto)
Erik Penny (Credit Saskia Otto)

Erik Penny – Heart Bleed Out

Da geht einer gleich mit dem Albumtitel ans Eingemachte. „Heart Bleed Out“ verspricht Songs, die einem direkt ans Herz gehen, aber auch schmerzhaft sein können.

Erik Penny wurde in Potsdam, New York geboren, wuchs in El Paso, Texas auf und hatte in seiner vorläufigen Wahlheimat Los Angeles erste Live-Auftritte. Nach einem angefangenen Kunststudium war es ihm bald klar, dass es die Musik ist, die er weiterverfolgen wollte. 2006 erschein sein Debütalbum „Footprints“ und 2008 „The Linger Kiss“. Penny hatte beschlossen sich in Berlin niederzulassen, wo er alsbald Fuß in der Musikszene fasste. Im Umfeld von Tomte traf er auf Simon Frontzek (aka Sir Simon), der sein Aufnahmestudio zur Verfügung stellte und als Co-Produzent zur Seite stand. Heraus kam der Langspieler „Bend“, der 2010 veröffentlicht wurde und Pennys Singer/Songwriter-Kunst verfeinerte.

Für Interpreten wie Joe Cocker, Ronan Keating, Philipp Poisel und einigen anderen gab Penny Support-Shows. Seine Bühnenpräsenz wurde auf einer 2011 erschienenen Live-CD dokumentiert. Danach schlägt das Schicksal zu, Erik Penny muss sich um seine schwer erkrankte Tochter kümmern. Der damit verbundene emotionale Ausnahmezustand zwingt ihn, einen Katalysator für all die Gefühle zu finden. So entstand das nun vorliegende „Heart Bleed Out“, das der Künstler quasi schreiben musste.

Erik Penny startet gleich mit dem Titelsong, der Tragik und optimistisches In-die-Zukunft-blicken ausbalanciert. Während Akustikgitarren und Gesang positiv emporstreben, klagt ein dunkles Cello, ehedem lässt die Pedal Steel die Gegenpole zusammenschmelzen. Jene Kontraste durchziehen letztlich das ganze Album, Singer/Songwriter-Folk trifft auf Country-Harmonien, die wiederum mit Brit-Pop-Elementen zusammenwachsen. Auch ein Resultat Pennys musikalischer Sozialisation, die mit Classic Rock, Singer/Songwriter, BritPop, aber auch New Wave und Indie-Rock einherging.

„Heart Bleed Out“ zeigt einen Künstler, der sein persönliches Schicksal in 14 Songs eingeflochten hat und der dem melancholischen Grundton des Albums wiederholt positive Aspekte beibringt. Dabei gelingt es ihm, das Ganze in eine ausgewogene und organische Form zu gießen, die den Zuhörer in eine nachdenkliche, dennoch bejahende Stimmung versetzt. Bei „Heart Bleed Out“ fließt echtes und schmerzhaftes Herzblut, doch die Wunden sind bereits in den Heilungsprozess übergegangen. So als blickten wir auf eine kalte Winterlandschaft, die in gleißendes Sonnenlicht getaucht ist.

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