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Kindness – Otherness

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In der Musik geht es um klangliche Bewegung. Nach vorne oder zurück, kurz im Moment verweilen oder alles noch einmal von Anfang an miteinander verknüpfen, was der Kopf sich da in der Theorie ausgedacht hat. Für den Engländer Adam Bainbridge alias Kindness ist dieses Spiel auf allen Ebenen der Musik sein ganz persönlicher Zufluchtsort, in dem er die verschiedenen Elemente wie in einem Chemiebaukasten zusammenfügt. Nur, dass sein Werk nicht auf festgelegten Formeln basiert, sondern auf seinem Gespür dafür die richtigen Zutaten miteinander zu kombinieren.

Mit seinem Debütalbum „World You Need A Change Of Mind“ verknüpfte er mit leichter Hand die drei großen musikalischen Hoheitsgebiete Jazz, Funk und Soul und entlockte ihnen jeweils spannende Referenzen, die er wiederum in einen popmusikalischen Kontext einfügte. Dabei heraus kam eine fröhlich, leichtfüßige, aber immer ambitioniert wirkende Platte, die davon lebte sich nach Lust und Laune aus den verschiedensten Genres zu bedienen, um am Ende mit einer vielfältigen, künstlerischen Vision diese selbst auferlegte Freiheit in vollen Zügen auszunutzen.

Auf dem Nachfolger „Otherness“ verschärft Bainbridge diese Vision seiner Musik, aber versteift sich dabei nicht darauf die „Andersartigkeit“ zu seinem absoluten Credo zu machen, in dem er wahllos Referenzpunkte ausserhalb seines eigenen Schaffens sucht. Vielmehr führt ihn sein kreativer Drang dieses Mal an einen Ort, der es ihm zugunsten von diversen Gastmusikern erlaubt selbst ein wenig zurückzutreten. Die Liste der Kollaborationen und Duette fällt beim Anblick der Songs sofort ins Auge. Kaum ein Stück, das nicht durch eine Gemeinschaftsarbeit entstanden ist.

So tummeln sich unter anderem Dev Hynes alias Blood Orange, Schwedens Pop-Chamäleon Robyn oder auch Kelela auf dem Album verteilt herum. Vor allem sie sind es, die „Otherness“ zu einer varitionsreichen Abhandlung über die Andersartigkeit verhelfen und das große Ganze letztendlich in ein überaus interessantes Spannungsfeld verwandeln. Kindness tut genau das, wovor sich viele Künstler scheuen. Er nimmt sich die Freiheit sehr genau auf seine Impulse zu hören, um diese dann entsprechend umzusetzen und versucht diese musikalische Freiheit nicht erst im Nachhinein zu erlangen oder gar durch zu viele wirre Zutaten zu erzwingen.

Dieses Mal gelingt es ihm besser den je eine wahrlich lebhafte Vision seiner Ideen zu schaffen, die noch viel schonungsloser ist als noch auf „World You Need A Change Of Mind“. Besonders textlich löst sich Bainbridge vom damals noch kleinen Versteckspiel des Debüts und wirft in den Songs immer wieder viel fassbarere Bilder auf, die deutlich darauf abzielen nicht nur in Umrissen, sondern ganz konkret vom Hörer wahrgenommen zu werden. In klanglicher Hinsicht bedeutet dies für die neue Platte allerdings auch, dass man auf den neuen Stücken zum Teil vergeblich einschlägige Grooves oder Hooks sucht.

Kindness hat es sich mit seinem zweiten Album zur Aufgabe gemacht verstärkt im Hintergrund zu agieren und die ihm vorliegende Vielfalt oftmals aus der zweiten Reihe zu dirigieren. Als Mastermind mit Sinn für das passende Zusammenspiel gelingt ihm dies ausgesprochen gut, auch wenn sich die neuen Songs nicht immer sofort so anschmiegsam zeigen wie ihre Vorgänger. Es bedeutet nur, dass Adam Bainbridge den Fokus mehr auf die Songs selbst als auf seinen Eigenanteil daran legt. Er nimmt sich bewusst zurück, bleibt aber zweifelsohne der lenkende „Wizard of Sounds“ und untermauert diesen Eindruck einmal mehr mit den neuen Songs.

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