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Songs ohne Emotionen sind Zeitverschwendung – Erik Penny im Interview

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Es ist reizvoll, sich im sonnenverwöhnten Los Angeles von der Muse oder einer hohen Dosis an Sonnenstrahlen küssen zu lassen. Berlin erscheint dagegen im Vergleich nicht nur anhand des Klimas durchaus rauer. Und doch immerhin so attraktiv für Künstler aus Übersee, dass sie sich im kulturellen Schmelztigel mit bissigem Charme niederlassen. Den in New York geborenen, in Texas aufgewachsenen und in L.A. zum Musiker gereiften Songwriter Erik Penny zog es vor sechs Jahren in die Hauptstadt, in der er seitdem als charismatischer Storyteller unterwegs ist. Die in seinen Songs zum Ausdruck gebrachte Herzenswärme und Intimität ist bezeichnend für den Musiker, der nach drei Alben nun mit „Heart Bleed Out“ auf ein weiteres Werk und in der Vergangenheit auf erfolgreiche Support-Shows für Philipp Poisel, Ronan Keating oder auch Joe Cocker blickt. Am Tag des Interviews zeigte sich Berlin im schönsten Sonnenschein von seiner besten Seite und wir trafen Erik Penny auf einen Kaffee, um mit ihm die letzten Jahre Revue passieren zu lassen. Derweil verriet er uns, was er vom Karma hält und warum Emotionen für ihn essenziell sind, um Songs zu schreiben.

MusikBlog: Es war ein weiter Weg, aber nun ist dein Album „Heart Bleed Out“ fertig. Wie war die Reise dorthin für dich?

Erik Penny: Gut, aber es fühlt sich auch an wie das Ende einer sehr langen und komplizierten Reise. Vieles von dem, was sich in den neuen Songs wiederfindet, liegt nun zum Glück hinter mit und meiner Familie. Ich habe das Gefühl, dass sich mit dem Ausblick auf ein weiteres Album und trotz der positiven Grundstimmung jedoch einiges ändern muss, denn ich möchte nicht wieder dasitzen und einen Haufen trauriger Songs schreiben müssen. Daher freue ich mich über das Ziel der Reise, die noch vor mir liegt. Die neue Platte beinhaltet größtenteils eine sehr traditionelle Instrumentierung und damit verbundene Arrangements. Ich habe den Eindruck, dass ich musikalisch mehr und mehr dazu zurückgekommen bin, meine Songs sehr organisch und vergleichsweise simpel zu halten.

MusikBlog: Wie zufrieden oder wie leer hast du dich gefühlt, nachdem die Arbeit an den neuen Songs beendet war?

Erik Penny: Ich würde es vor allem mit einem Gefühl der Erleichterung vergleichen. Der ganze Prozess bis zur Fertigstellung hat sich über einen so langen Zeitraum hingezogen, dass ich sehr glücklich war, als die Songs vom Mastern kamen. Nach zwei Jahren der Arbeit daran überkam mich allerdings kein extremer Gefühlsausbruch. Ich fühlte mich weder ausgesprochen leer, noch zufrieden oder müde. Es war, als ob endlich ein Punkt hinter einem sehr langen Satz stehen würde. So wie im Deutschen, wo die Sätze naturgemäß ziemlich lang sind. Es war nicht geplant, dass es so lange dauern würde, das Album herauszubringen, aber kaum war die Arbeit daran beendet, konnte ich beruhigt das Licht ausmachen und selig schlafen.

MusikBlog: Wie bleibt man über einen so langen Zeitraum am Ball, was die eigenen Songs angeht?

Erik Penny: Die grundlegenden Ideen und Aufnahmen für die Songs entstanden alle schon vor zwei Jahren, so dass es nicht so sehr darum ging, mich beim Schreiben der Songs bei Laune zu halten, da das Songgerüst schon existierte. Dennoch war es eine Herausforderung in der Zeit danach auch weiterhin das Ziel vor Augen zu halten die Arbeit am Album abzuschließen. Ich bin niemand, der etwas unerledigt lässt. Selbst dann nicht, wenn es einmal länger dauert und ich geduldig sein muss. Darum war es für mich ganz natürlich fokussiert zu bleiben, auch wenn ich einen Großteil meiner Energie dafür brauchte, um mit den negativen Dingen in meinem Leben klarzukommen. Gleichzeitig war es wichtig für mich die Musik an sich und das neue Album nicht aus den Augen zu verlieren, damit ich die Vorstellung vom Glücklichsein weiterhin aufrechterhalten konnte. Beide Dinge gaben mir Kraft das Licht am Ende des Tunnels zu sehen und haben mich davor bewahrt unter dem Gewicht zusammenzubrechen, das im Privaten auf mir lastete.

MusikBlog: Auch die neuen Songs bleiben einem sehr persönlichen Charakter treu, den deine Musik schon immer ausgestrahlt hat. Fällt es dir leicht als Songwriter die Karten so offen auf den Tisch zu legen?

Erik Penny: In der Vergangenheit habe ich mich manchmal davor gescheut allzu persönliche Themen in meinen Songs zu verarbeiten bzw. diese textlich gesehen gut versteckt. Auf „Heart Bleed Out“ bin ich hinsichtlich der Lyrics allerdings so schonungslos offen wie noch niemals zuvor. Vieles von dem, was ich darauf zur Sprache bringe, verbirgt sich nicht hinter Metaphern oder dergleichen, sondern kann genau so verstanden werden wie ich es sage. Und doch kann man in seinen eigenen Songs noch so unverblümt sein, der Hörer kann selbst die direktesten Worte in einem anderen Kontext sehen und den Inhalt unterschiedlich auffassen. Es gibt Songs auf der Platte, in denen ich mich unmittelbar an Menschen wende, die nicht mehr da sind. Gerade aus diesem Grund blieb mir gar kein Raum meine Texte pseudokünstlerisch zu gestalten oder zu versuchen die Inhalte literarisch übermäßig auszustaffieren.

MusikBlog: Wer wirklich etwas aussagen will, braucht auch keine Verschleierungstaktiken anzuwenden und muss besonders den Texten etwas aufsetzen, was nicht da ist.

Erik Penny: Das sehe ich genauso. Zu meinen Lieblingssongs haben schon immer all die Lieder gehört, die absolut aufrichtig sind und nichts verschleiern. Das heisst aber noch lange nicht, dass ich immer ganz genau weiss, was der Künstler mir damit sagen will. Es geht vielmehr darum einen persönlichen Zugang zu dieser Art von Songs zu finden, da man ohnehin nie ganz herausfinden wird, was der Musiker einem wirklich mit auf den Weg geben wollte oder wie er sich in dem Moment gefühlt hat, als er den Song schrieb. Ich habe mir beim Schreiben der Songs für „Heart Bleed Out“ eher Sorgen darüber gemacht, ob ein Teil der neuen Songs meiner Familie nicht zu nahe gehen könnte. Die Reaktion darauf war jedoch wundervoll und hat mich die Zweifel schnell vergessen lassen.

MusikBlog: Wie dürfen wir den Albumtitel verstehen?

Erik Penny: Der Albumtitel hat zweierlei Bedeutungen für mich. Zum einen ist da der wörtliche Sinn, der dahinter steckt. Die Gewissheit zu haben bald zu sterben, muss die wohl tiefgreifendste Erfahrung sein, die ein Mensch machen kann. Meine Familie und ich haben auch einen Menschen verloren, der genau das durchgemacht hat. Neben dem physischen Aspekt gibt es jedoch noch die andere Bedeutung im emotionalen und metaphorischen Sinne. Von diesem Standpunkt aus wollte ich mit dem Album alles aus mir heraus lassen, das mich seelisch erdrückt hat. Ich kann nicht einmal mehr genau sagen, woher der Titel „Heart Bleed Out“ kam. Er ist aus einem dieser Momente heraus entstanden, in denen der Kopf einem genau diese Wörter vor die Füße wirft, wofür ich sehr dankbar bin.

MusikBlog: In welchem Stadium des Albumprozesses hast du diese Worte denn vor deinen Füßen aufgesammelt?

Erik Penny: Ich habe den Titel noch lange vor der Fertigstellung des Albums ausgewählt. Als ich mir die Songs und ihre Inhalte vor Augen geführt habe, erschienen mir diese Worte als sehr passend. Ich wurde ein paar Mal gefragt, ob dieser Titel nicht ein wenig zu schwer und bedrückend wäre und ich muss zugeben, dass er das auch ist, aber er ist der einzige, der dafür in Frage kam. In den letzten drei Jahren ist viel in meinem Leben passiert und ich wünsche mir, dass ich in Zukunft wieder fröhlicher durchs Leben gehen und nie wieder solch tragische Momente durchmachen muss. Ich habe nie um ein einfaches Leben oder eine unbeschwerte Zeit gebeten. Glücklicherweise wurde mir all das zuteil. Ganz ehrlich, die meisten Menschen in der westlichen Welt führen doch ein relativ sorgenfreies, angenehmes, wenn nicht gar luxuriöses Leben und im Vergleich zu früheren Generationen haben wir es doch wirklich leichter.

MusikBlog: Eine Einsicht, die vielen Menschen fehlt bzw. gar nicht in den Sinn kommt, weil sie so beschäftigt damit sind ihr Leid zu klagen.

Erik Penny: Das stimmt. Die letzten Jahre haben mir gezeigt, dass meine Familie und ich trotz der Schwierigkeiten, die wir durchmachen mussten, gestärkt daraus hervorgegangen sind. Wir sind noch enger zusammengerückt als jemals zuvor. Diesen Zustand habe ich immer nur mit viel älteren Leuten assoziiert, die in der späten Phase ihres Lebens auf die besonders harten Zeiten zurückblicken und dann sagen können, dass sie diese überwunden haben.

MusikBlog: So sehr wir es auch versuchen, niemand kann dem Schicksal des Lebens entkommen. Glaubst du an die Kraft des Karmas?

Erik Penny: Ja, das tue ich. Dennoch fällt es mir schwer einen direkten Bezug zwischen den negativen Dingen herzustellen, die mir bisher widerfahren sind und all meinen Handlungen, die diese unter Umständen hervorgerufen haben. Ich glaube nicht an einen Himmel oder eine Hölle, sondern daran, dass man mehrere Leben hat und nicht dazu verdammt wird in einem Zustand der Endlichkeit entweder für seine Taten belohnt oder bestraft zu werden. Wäre es nicht schön zu glauben, dass die Seelen sich einfach einen neuen Ort suchen, wenn ihre Aufgabe einmal erfüllt ist?

MusikBlog: Und wenn nicht, was würde dir das Karma über deine früheren Leben sagen?

Erik Penny: Ich weiss nicht inwiefern Karma wirklich einen Einfluss auf unser Leben hat, aber wenn es das tut, dann muss ich in meinen vorherigen Leben ziemlich anständig gewesen sein, weil ich das Glück hatte schon sehr viele schöne Dinge zu erfahren. Es ein Segen das von sich behaupten zu können. Ich kann mir dagegen kaum vorstellen, dass all die negativen Erlebnisse unmittelbar mit mir selbst verbunden sind und aus etwas resultieren, dass mich persönlich betrifft. Das Leben ist so unergründlich, dass es zu egoistisch wäre das zu glauben. Ich habe sehr großen Respekt vor Menschen, die so sehr an ihrem Glauben festhalten, dass sie irgendwann aus tiefstem Herzen von sich sagen können eine Art Logik zu erkennen, wie sie das Leben zu meistern haben und darüber hinaus einen Sinn in allem erkennen.

MusikBlog: Was denkst du, wie viel Schmerz muss man in seinem Leben ertragen, um das Glück wirklich zu spüren und auch schätzen zu können?

Erik Penny: Das ist eine interessante Frage. Ich habe das Gefühl heute um einiges dankbarer für die Dinge in meinem Leben zu sein als noch vor ein paar Jahren. Gleichzeitig ertappe ich mich manchmal dabei, dass ich mich von Kleinigkeiten genervt fühle, die eigentlich unwichtig sind. Da gibt es noch eine Menge, was ich lernen und verarbeiten muss. Darum bin ich wohl auch ein Songwriter geworden. Ich therapiere mich gewissermaßen selbst (lacht). Ich versuche ständig all das, was das Leben mir gibt, nicht als selbstverständlich zu betrachten.

MusikBlog: Bist du in deinem Vorhaben das zu tun erfolgreich?

Erik Penny: Es klappt nicht immer, aber es ist wichtig sich dessen immerhin bewusst zu sein. Nur so kann ich all die emotionale Last, die ich mit mir herum trage, überhaupt verarbeiten. Dafür ist es ebenso wichtig gewisse Sachen zu hinterfragen. Ich versuche den Dingen, die mich beschäftigen gerne im Kontext meiner Songs auf den Grund zu gehen, auch wenn ich so gut wie nie eine definitive Antwort auf meine Fragen bekomme. Als ich jünger war, habe ich viel gemalt und dadurch mein Umfeld näher erforscht bzw. nach Antworten gesucht. Bevor ich Songwriter wurde, hatte ich mich der visuellen Kunst verschrieben. Manchmal würde ich gerne wieder dahin zurückkehren.

MusikBlog: Wann hast du das letzte Mal einen Pinsel geschwungen?

Erik Penny: Das ist schon sehr lange her. Leider erlaubt es mir die Zeit nicht mich alldem wieder zu widmen, so dass ich neben meiner Musik auch wieder intensiver malen könnte. Ich kann mir jedoch vorstellen irgendwann einmal musikalisch etwas kürzer zu treten und dafür wieder mehr zu malen. Da ich die Musik auch als Kunstform ansehe, finde ich es momentan nicht tragisch, dass ich mich nur darauf konzentriere und das Malen die zweite Geige spielt. Ich habe mein letztes Bild gemalt bevor ich nach Deutschland gezogen bin. Also vor ungefähr sechs Jahren. Seitdem fertige ich höchstens Skizzen an und versuche nicht aus der Übung zu kommen, so dass die Motorik immer noch funktioniert.

MusikBlog: Kannst du deinen Emotionen mit der Musik freieren Lauf lassen und diese besser abrufen?

Erik Penny: Es ist mir bisher immer recht einfach gefallen auf meine Emotionen zurückzugreifen, wenn ich Songs geschrieben habe. Songs ohne Emotionen sind Zeitverschwendung. Ich kann mir nicht vorstellen ein Stück zu hören, das völlig frei von wahren Emotionen ist. Dabei muss ein Song nicht zwingend tiefgründig sein, sondern es muss in der Musik auch Platz für eine leichtere Form des Ausdrucks geben. Es ist legitim sich einfach nur mitteilen zu wollen und dabei in den Augen anderer, vielleicht auch ohne eine richtige Botschaft, teilweise absurd oder allzu offensichtlich zu wirken. Ich würde es nicht unbedingt als Songwriting bezeichnen, sondern eher unter dem Begriff „Musik machen“ einsortieren. Wenn du wirklich von dir behauptest einen Song zu schreiben, dann impliziert das einen ganzen Prozess, der auch mit einer emotionalen Seite verknüpft ist. Ein guter Sound ist noch lange keine Garantie für einen richtigen und vor allem einen guten Song. Dafür ist es heutzutage viel zu einfach Musik zu machen. Da ist es durchaus berechtigt sich ab und zu zu fragen, ob man da wirklich einen Song hört oder nur ein Produkt.

MusikBlog: Wie sieht dein Hörverhalten aus, was die Musik betrifft?

Erik Penny: Ich fange an mich langsam alt zu fühlen, was meinen Musikgeschmack betrifft. In letzter Zeit höre ich sehr viel alte Musik. Zwar ist es mir wichtig mich auch mit ganz moderner Musik auseinanderzusetzen, aber es passiert nicht unbedingt täglich, dass mich ein neuer Song umhaut. Ausserdem gehöre ich zu den Leuten, die lieber ganze Alben hören. Das ist bei mir zu 95% der Fall. Wie zum Beispiel die letzte Vampire Weekend Platte, die ich für mindestens sechs Wochen jeden Tag mehrmals komplett von vorne bis hinten gehört habe. Nur Mixtapes sind da eine Ausnahme. Die Kids von heute machen es sich oftmals zu leicht und verpassen eine Menge, wenn sie nur ausgewählte Tracks anstelle eines Albums hören.

MusikBlog: Passiert dir das auch mit deinen eigenen Songs?

MusikBlog: Mein Song „Side Of The Road“ gehört wohl zu diesen auserwählten Songs, die im Vergleich eher wahrgenommen werden als das dazugehörige Album. Es ist ein Luxus-Problem und ich bin sehr dankbar, dass dieser Song so viel Aufmerksamkeit bekommen hat wie wohl kein anderer Song von mir. Nur manchmal würde ich mir wünschen, dass all die Leute, die das Video auf YouTube angeklickt haben, auch meine Platte hören, geschweige denn kaufen würden. Wie gesagt, es ist toll, dass das überhaupt geschieht, aber als Künstler wurmt einen diese sehr selektive Wahrnehmung dennoch.

MusikBlog: Ich weiss von dir, dass die Suche nach einem geeigneten Label nicht immer einfach verlief. Was waren die Höhen und Tiefen und wie kam es nun mit Blackbird Music zum Happy End?

Erik Penny: Vor gut einem Jahr waren die Songs für das neue Album im Kasten und die Suche nach einem geeigneten Label konnte beginnen, was ein sehr interessanter Prozess für mich war. Mein ehemaliger Manager und ich schickten die Platte an so ziemlich jeden Major, aber auch an viele Indie-Labels raus. Ich war sehr dankbar für all das Feedback, was ich darauf bekam. Selbst, wenn es Absagen gab, war das ok, denn ich habe Verständnis dafür, dass Labels auch Platten veröffentlichen wollen, die zu ihnen passen. Oftmals war die Reaktion durchaus positiv, aber ich passte eben nicht ganz zum restlichen roten Faden der Label-Ausrichtung. Den Major-Labels gefielen die Songs, aber es war eben leider kein „Hit“ dabei, so dass sie mir schließlich einen Korb gaben. Ein paar andere wollten mich erst einmal live sehen, um sich ein Bild von mir zu machen. Es gab auch ein Label-Meeting, das aber leider nicht zu einem Vertragsabschluss führte.

MusikBlog: Wie hast du dich dabei gefühlt?

Erik Penny: Es war ziemlich frustrierend, um ehrlich zu sein. Besonders, weil ich so hoffnungsvoll war und das Label sehr von dem Album angetan schien. Letzten Endes gab es aber ein Voting, das nicht zu meinen Gunsten ausfiel. Blackbird Music, die die Platte nun herausbringen, waren dagegen von Anfang an an den Songs interessiert. Es ist nicht nur ein Label, sondern auch ein Verlag und ein Studio. Die ursprüngliche Ausrichtung ging eher in den Bereich Jazz und Blues, die mittlerweile aber auch ein paar Pop-Musiker umfasst. Als Künstler in ebenfalls dem gleichen Genre hatte ich anfangs meine Bedenken, dass die Zusammenarbeit die richtige für mich wäre. Die verschwanden aber sobald ich mich mit ihnen an einen Tisch setzte und wir anfingen offen miteinander zu verhandeln. Schließlich kam es zum Vertrag und Anfang diesen Jahres nahm ich dann auch im Studio von Blackbird Music ein paar Songs auf. DIe Zusammenarbeit ist toll. Es ist zwar ein recht kleines Label, das nur ein paar Projekte pro Jahr betreut, aber dadurch bekomme ich die nötige Aufmerksamkeit und fühle mich dort sehr gut aufgehoben.

MusikBlog: Worauf hast du insbesondere Wert gelegt, was deine persönliche Auswahl an Wunsch-Labels betraf? Man will seine Songs im Idealfall des Vertrages wegen ganz sicher nicht in irgendwelche Hände geben.

Erik Penny: Das ist wahr. Mir war es bei der Suche nach einem geeigneten Label vor allem wichtig, dass ich mich in einem guten Kreis von anderen Künstlern befinde, die ebenfalls bei demselben Label unter Vertrag sind. Blackbird wäre ganz allgemein gesehen von Anfang an ein guter Fang gewesen, nur war ich mir nicht sicher, ob ich dort künstlerisch ganz und gar hineinpassen würde. Sie hatten bis dahin kaum Pop-Musiker betreut. Wir haben uns dann darauf geeinigt es im Studio miteinander zu versuchen. Wäre eine Seite nicht zufrieden gewesen, wären wir alle wieder unserer Wege gegangen.

MusikBlog: Du lebst bereits seit einigen Jahren in Berlin. Dein Sound wird gerne als Americana bezeichnet. Fühlst du dich Amerika näher oder ferner den je seitdem du deine Zelte in Deutschland aufgeschlagen hast?

Erik Penny: Musikalisch betrachtet, fühle ich mich meiner amerikanischen Heimat tatsächlich etwas näher seitdem ich in Deutschland bin. Damit hätte ich selbst nicht gerechnet und ich bin wirklich ein wenig über diese Entwicklung überrascht. Als ich herzog, war ich künstlerisch gerade dabei meine elektronische Seite zu erforschen, was das Songwriting betrifft. Es war naiv von mir zu glauben, dass ich damit frischen Wind in meine Songs bringen könnte. Seien wir einmal ehrlich, jeder, der auch nur einen Hauch Elektronik in seinem Werk vereint, lebt doch früher oder später in Berlin und tobt sich dort aus. Auf der anderen Seite gibt es aber verhältnismäßig wenig Musiker dort, die dem Singer-Songwriter-Genre zugeordnet werden. Ich liebe es mich einfach mit einer Gitarre in der Hand hinzusetzen und Musik zu machen und habe erkannt,  dass es das ist, was ich machen will. Die Songs sind sehr direkt und die Arrangements ebenfalls schlicht gehalten. Ich habe Amerika in vielerlei Hinsicht den Rücken gekehrt, aber hinsichtlich der Musik habe ich eindeutig wieder den Weg zurückgefunden und mich von meinen früheren Einflüssen inspirieren lassen.

MusikBlog: Vielen Dank für das Interview.

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