1000 GRAM – Dances – Leichtfüßiges Schwergewicht

Welches Gewicht hat Indie-Pop im Jahre 2014? Mindestens ein Kilogramm, meint jedenfalls die deutsch-schwedische Band mit ihrem Namen 1000 Gram und wirft je 500 Gramm Pop und Rock in die Waagschalen.

Die Plattensammlung seiner älteren Brüder durchstöberte der Berliner Moritz Lieberkühn bereits als Kind. Er fand Platten von Dinosaur Jr, Sonic Youth, Sebadoh, The Smiths und viele andere. In der Schule gründete er bereits eine Band und ihm wurde bald bewusst, dass Musik sein Lebenselixier sein würde. Nach der Schulzeit zog er als Singer/Songwriter durch die Szene Berlins. 2007 begegnete er seiner heutigen Frau Anna Roxenholt (New Found Land) und ging mit ihr ins schwedische Göteborg.

Dort bastelte Lieberkühn an Songs, hatte jedoch keine akustische Gitarre zur Hand und entdeckte nach Jahren wieder die E-Gitarre. Es war sozusagen die Geburtsstunde von 1000 Gram und in der Folge hielt er Ausschau nach geeigneten Mitstreitern. Die fand er in Alexander Simm, Jacob Öhrvall und Joel Wästberg. Schließlich traf der Frontmann seinen alten Schulfreund Tilman Hopf, der bereit war, das Debütalbum des Quartetts zu produzieren. So erblickte „Ken Sent Me“ 2012 das Licht der Welt und spazierte durch die Genres namens Americana, Westcoast-Rock, Easy Listening und Gitarren-Pop.

Der jetzige Nachfolger hört auf den Namen „Dances“ und in der Tat lässt sich zu den elf Songs gut Abhotten, Kopfnicken oder Fußwippen. Zwischen Indie-Pop und Alternative-Rock schrammen und rocken 1000 Gram das Haus, wobei auch die 80er New Wave Szene ihre Spuren hinterlassen hat. Die Plattensammlung der älteren Brüder schwingt in allen Songs mit, wobei sie kaum Assoziationen zu bestimmten Interpreten wecken.

“Dances” entwickelt durchaus ein eigenes Profil, obwohl wirkliche Alleinstellungsmerkmale kaum auszumachen sind. Vielmehr bleibt ein positiver Gesamteindruck, der durch die Elemente stimmiges Songwiting, tightes Zusammenspiel und profundes Handwerk zustande kommt. Zudem hat Lieberkühn eine Stimme, die Emotionen transportieren und vor allem auf den etwas ruhigeren Stücken („Really Need Someone“, „Talk Sense“ und „Click Your Heels“) ihre ganze Wirkung entfalten kann. Da steckt sicherlich noch einiges an Potential in diesem leichtfüßigen Schwergewicht namens 1000 Gram.

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