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Gentleman – MTV-Unplugged – besser als Best of

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Diese Melodie aus den Achtzigern war noch nie so virtuos. Ein Klavier legt die Noten des „Tempo-Riddims“, einem bekannten Dancehall-Instrumental, auf einen druckvollen Streicherteppich. Reggae-Legende Dean Fraser steigt mit seinem Saxophon in das heitere Auf und Ab der Melodie ein. Doch nach Karibik klingt diese Musik noch lange nicht. In den nächsten Takten interpretiert das Streichorchester die markante Melodie von Gentlemans 2004er-Hit „Superior“, als wäre sie die Ouvertüre zu einem klassischen Konzert.

Dann folgt ein wirbelndes Schlagzeug-Intro und Gentleman tritt auf, wie man ihn kennt: „I know jah lovin‘ is superior, your devil complex inferior, oh yes!“. Von „Leave Us Alone“ über „Different Places“ bis hin zu „To The Top“ bietet Gentlemans MTV-Unplugged ein Best of des Sängers aus Köln. Er spielt routiniert seine Hits aus den letzten 15 Jahren, macht zwischendurch seiner Frau Tamika eine Liebeserklärung und grüßt seine Mutter. Die Songs und Ansagen wirken wie Studioaufnahmen, auf die Sekunde genau durchgeplant.

Die Songs unterscheiden sich dabei oft gar nicht so sehr von den Originalen. Der handgemachte Unplugged-Sound reicht aus, um den Liedern einen frischen Anstrich zu verpassen, sie wärmer und kraftvoller erscheinen zu lassen. Abwandlungen in den Kompositionen sind selten, aber dafür umso schöner, so wie das Streicher-Intro bei „Dem Gone“ oder die ruhige Klavier-Version von „You Remember“.

Eigentlich würde das für ein gelungenes MTV-Unplugged schon genügen. Doch richtig interessant wird das Geschehen erst durch die zahlreichen Gäste. Dean Fraser schmückt mit seinen virtuosen Saxophonklängen einen großen Teil der Songs. Das Duett mit Shaggy, „Warn Dem“ mischt das Reggae-Konzert mit fetzenden Dancehall-Vibes auf. Dabei lädt die Punchline zum Mitgrölen ein: „Warn dem already, we ago warn dem again!“.

Milky Chance übernehmen eine Strophe im Song „Homesick“, Tanya Stephens singt mit bei „Another Melody“ und Ky-Mani Marley liefert den Refrain zu „No Solidarity“. Chartbreaker Marlon Roudette war wohl auch gerade in der Stadt und hat seine alte Mattafix-Nummer „Big City Life“ dabei. Was dieser Song mit Gentleman zu tun hat, bleibt wohl ein Geheimnis. Das Duett ist relativ einfallslos, stört das Gesamtbild aber nur wenig und sorgt vermutlich für bessere Verkaufszahlen.

Das Konzert endet wie viele Reggae-Konzerte mit Bob Marleys „Redemption Song“, den Gentleman zusammen mit Ky-Mani Marley und Toten-Hosen-Sänger Campino singt. Die typische Stimme Jamaikas, die Ky-Mani Marley von seinem Vater hat, trifft auf eine typische Stimme aus der deutschen Rockmusik. Irgendwie steht dieser Moment symbolisch für Gentleman, der ja schon immer als musikalischer Vermittler zwischen den beiden Ländern auftrat. Das Lied über die „Songs of Freedom“ wurde komplett überarbeitet und erklingt als jazzige Piano-Version – ein schöner Abschluss für das Unplugged-Konzert.

Fazit: Gentlemans MTV-Unplugged zeigt ohne unnötige Spielereien das bisherige Lebenswerk des Sängers in einzigartiger Klangqualität und mit viel Gefühl.

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