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Fryars – Power

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Es klingt erstmal kompliziert, was sich Benjamin Garrett alias Fryars zu seinem neuen Album „Power“ ausgedacht hat: Ein Konzeptalbum über den Aufstieg und Fall des Ingenieurs Willow Grady soll es sein, „ein Soundtrack zu einem Film, den es nicht gibt“; das Ganze in sechzehn sorgsam arrangierten Tracks inklusive Eröffnung, Interludes und Schlusspunkt. Uff.

Dieses Hintergrundwissen ist allerdings nicht unbedingt nötig, um „Power“ zu lieben: Der Pop-Entwurf des 24-jährigen Londoners ist so catchy wie griffig und man merkt den Songs durchaus an, dass Fryars in den letzten fünf Jahren – so viel Zeit ist seit seinem Erstling „Dark Young Hearts“ ins Land gezogen – viel praktische Erfahrung sammeln konnte, zum Beispiel als Co-Writer von Lily Allens „Sheezus“ und als Allens Toursupport. Mit Erfolg: Die Single „Cool Like Me“ hat sich binnen weniger Wochen zum Heavy-Rotation-Hit entwickelt, das coole (ha!) Video setzt das Tüpfelchen aufs „i“.

Locker-flockige Gute-Laune-Songs machen aber nur einen Teil von „Power“ aus. Unterstützt von Producer Luke Smith (Foals) verbindet der musikalische Autodidakt („ich habe jahrelang überhaupt nicht komponiert, sondern nur auf den Knopf meiner Computermaus gedrückt“) ambitioniertes Songwriting mit Beats, R’n’B-Elementen und Elektronik.

Mit sanfter, heller Stimme singt Ben Garrett von den großen Themen des Lebens: Liebe, Leid, Einsamkeit, Verlust und Tod – die Lyrics erschließen sich von ganz allein, wie gesagt auch ohne Kenntnis des konzeptuellen Überbaus: „on your own / feels like you don’t belong“ heißt es gleich zu Beginn und man fühlt sich gemeinsam allein mit Fryars.

Die Kombination sanfter Singer-/Songwriter plus Elektro führt ja beinah automatisch zu Vergleichen mit James Blake, doch anders als beim nur unwesentlich älteren Blake schimmert bei Fryars trotz aller Melancholie stets ein Silberstreif am Horizont; außerdem sind Fryars Beats weniger verfrickelt, sondern eindeutig zum Tanzen gemacht.

Bei Songs wie „In My Arms“ und „Prettiest Ones“ spürt man, dass Fryars seine Laufbahn als Schlagzeuger einer Schulband begonnen hatte: Groovy und funky wird es hier, mit leicht nostalgischem Achtziger-Einschlag, so dass Ältere sich an Acts wie Hall & Oates erinnert fühlen können. Mainstream-Appeal steht bei „Power“ jedoch nicht im Vordergrund: Große, emotionale Balladen wie „Don’t Make It Hard On Yourself“ und vor allem das wundervolle „Thing of Beauty“, in dem Fryars seine Crooner-Qualitäten ausspielt, machen die Tiefe und Vielschichtigkeit des Albums aus.

Garrett/Fryars liebt es, wenn Künstler etwas Mysteriöses, Unnahbares haben und hält sich deshalb selbst gern bedeckt, wenn es um private Details geht. Seine Musik indes ist kein bisschen unnahbar, sondern trifft direkt ins Herz.

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