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Guster – Evermotion – Charakteren und Melodien

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Fünf ganze Jahre haben Guster sich Zeit gelassen für den Nachfolger ihres Erfolgsalbums „Easy Wonderful“. Dies ist eine sehr lange Zeit im Musikbusiness und die Gefahr, in Vergessenheit zu geraten, ist sehr groß. Aber es hat auch seine Vorteile, denn in den vergangenen Jahren ist die Band Guster erwachsener geworden. Die Verspieltheit ihrer frühen Platten haben sie mittlerweile zu großen Teilen hinter sich gelassen, diese würde heute auch aufgesetzt und wenig glaubhaft wirken. Auch auf dem neuesten Output „Evermotion“ ist ihnen ihr ganz eigener Sound nicht abhanden gekommen, diese wunderbare Mischung aus eigenwilligen Witz und Indie-Rock. Ein hoher Wiedererkennungswert in einer Welt, die zunehmend auf Gleichschaltung gepolt wird.

Die absolute Stärke der Truppe liegt im Kreieren von Songs, Charakteren und Melodien, die man so schnell nicht mehr vergisst. Dass die Band es auch nach fünf Jahren versteht, derart nahtlos an dieses künstlerische Pfund anzuknüpfen, ist beachtlich und überraschend. In erster Linie ist es allerdings einfach nur verdammt erfreulich. Kein lauwarmer Aufguss, keine Retro-Rhetorik, keine Verabschiedung ins zufrieden-fette Dasein einer de facto Rentnerband. Hier hat die Pause einfach nur gut getan und ein von vorn bis hinten großartiges Album zutage gefördert.

Nnatürlich sind auch all die Qualitäten vorhanden, die Guster schon immer ausmachten: Die unscheinbaren, aber unglaublich einprägsamen Melodien und die mit obsessiver Detailverliebtheit komponierten, komplexen Gesangsharmonien. Und natürlich die Texte, mit der Trademark-Mischung aus mal hintergründigem, mal eher adoleszentem Humor und Aufrichtigkeit (und gelegentlicher Sentimentalität).

Der Grundantrieb aus Gitarre, Bass und Schlagzeug ist der erfrischend alte, der Spielspaß auch. Aber die Tragikomik, die Geschichten, die Melodien und Harmonien für Millionen und die Rockmomente, sie kommen anfangs nur in kleinen, spät zündenden Dosen. „Lazy Love“ etwa ist so ein kleiner Höhepunkt. Der Ausklang von „Evermotion“ wiederum zerreißt mehr als nur ein Herz. „Farewell“, eine zärtliche Ballade leitet das Finale ein, empfindsam, nostalgisch, doch niemals naiv.

Vielleicht ist der Band ein wenig der Esprit der frühen Jahre abhanden gekommen. Trotz allem bleibt eine Sammlung erlesener Songs, abgeschmeckt mit scharfen Charakter-Skizzen. Mit absoluter Sicherheit ist „Evermotion“ das beste Guster-Album seit „Keep It Together“. Der Appeal dieser so eindringlichen wie zugänglichen Popmusik ist offenbar zeitlos. Guster dürften auch mit ihrem siebten Album wieder auf vielen Jahresbestenlisten vertreten sein. Der restlos glückliche Fan wünscht sich jetzt nur noch, dass nicht wieder fünf Jahre bis zum nächsten Lebenszeichen dieser tollen Band ins Land gehen.

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