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Maximilian Hecker – Spellbound Scenes Of My Cure – Unheilvoll und düster

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Der aus Baden-Württemberg stammende und jetzt in Berlin lebende Maximilian Hecker ist wohl eines der größten Talente der letzten 15 Jahren, die das Land aufzuweisen hat. Man kann ihn nur schwer einordnen, da seine musikalische Vielfalt auf seinen Werken viel zu groß ist. Der große kommerzielle Durchbruch blieb ihm bislang verwehrt und das ist wohl das größte Mysterium an ihm. Seine Musik wird oft mit der von Radiohead, Van Morrison, Sigur Ros und Nick Drake verglichen, was ja durchaus ein Kompliment darstellt. Drei Jahre nach seinem letzten Werk „Mirage Of Bliss“ kommt nun „Spellbound Scenes Of My Cure“ heraus.

Gleich beim Opener „To Liu Wen, the Opposite House, 3 a.m.“ wird man von seiner sanften Stimme und den wunderschönen Melodien eingelullt. Und irgendwie klingt es wie ein vereinfachter und auf den Punkt kommender Song von Sigur Ros. Er strahlt positive Energie aus, ist aber gleichzeitig unendlich traurig. Wie Warnsirenen jammernde Gitarren und ein schattenhaft groovendes Schlagzeug fügen sich zu einem beklemmenden Gebilde zusammen. Eine Shoegazing-Eruption, zu der geistesabwesend elfenähnliche Gestalten zum Tanz bitten.

„Spellbound Scenes Of My Cure“ selbst blutet aus allen Wunden. Ein Aufruhr, ein Höllenspektakel, unter meisterhafter Nutzung von Deformation und Verzerrung. Eine Dampfwalze, die das Schlagzeug zertrümmert, die Gitarre schändet und den Bass zerfetzt. Die Intensität lässt sich auf Albumlänge nur schwer halten. Trotzdem bewahren sich die einzelnen Songs den schrundigen Grundton. Maximilian Heckers Glockenspiel in „Partyworld“ wirkt wie ein korrodiertes Windspiel, das den Eingang zu einem Antiquitätenladen bewacht. Aus einer staubigen Ecke zaubert er die Erinnerung eines zurückgelassenen Refrains.

Das Wichtigste an diesem Album ist, wie natürlich es klingt. Unheilvoll und düster treibt er die Songs wie einen Pfahl mitten ins Herz. Trompeten und Glocken bestimmen dabei den Puls, während sein Gesang den Schmerz fast mit Händen greifbar macht.

Mit elegischen Gitarren und traurigen Streichern legt uns der Schlußtrack „Kastrup“ zärtlich dorthin zurück, wo uns „To Liu Wen, the Opposite House, 3 a.m.“ aufgefunden hat. Die Spindel sticht, der Schlaf setzt ein. Langsam wächst die Dornenhecke wieder zu. Adieu, Realität. Bis zur nächsten Maximilian Hecker-Wundertüte.

„Spellbound Scenes Of My Cure“ ist ein neues, zauberhaftes Album eines zauberhaften Musikers, der es – trotz nur in Nuancen erkennenden Änderungen  – zurück auf einen neuen, richtigen Pfad geschafft hat. Wieder kann man das Besondere in Heckers Musik nur schwer fassen, man muss es hören.

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