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Dieses Album fühlt sich für mich wie ein erstes Date an – Christine And The Queens im Interview

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Mon dieu. Für Mitte zwanzig deckt Héloïse Letissier eine ganze Bandbreite ab, was ihren künstlerischen Entdeckungsdrang angeht. Als Französin wagt sie sich nicht nur, mit der englischen Sprache zu liebäugeln, sondern unterlegt ihre gesangliche Stärke und die auf eigene Faust komponierten Songs live auf der Bühne sogar noch mit einer Vielzahl an tänzerischen Visionen. Physisch-akustische Berührungsängste scheint sie unter ihrem Pseudonym Christine And The Queens nicht zu kennen und vereint auf ihrem Debütalbum „Chaleur Humaine“ auch klanglich unterschiedlichste stilistische Einflüsse, wie Chanson, Pop, R’n’B oder auch Elektro. Das tut sie auf eine so ungekünstelte Art und Weise, dass sie mit dieser Formel in ihrer Heimat Frankreich längst zum Popstar geworden ist. Wir begegneten der experimentierfreudigen Französin in Berlin kurz vor ihrer Show im Admiralspalast Studio und sprachen mit ihr über diese besondere Fusion von Musik und Tanz in ihrem Werk.

MusikBlog: Deine Musik ist auf der Bühne eng mit dem Tanz als Kunstform verbunden. Wie haben beide in deiner Performance zusammengefunden?

Héloïse Letissier: Die Verschmelzung von Tanz und Musik in meinem Werk resultiert wohl zu großen Teilen aus meiner Vergangenheit am Theater. Künstlerisch gesehen, fing dort alles für mich an. Ich habe mich dem Schauspiel gewidmet, bevor ich mit der Musik angefangen habe. Auf der Theaterbühne sind alle Ausdrucksformen so ineinander verschlungen. Das mochte ich schon immer daran. Du musst deinen Körper einsetzen, um deine Stimme bestmöglich zur Geltung zu bringen. Ich fand diesen Aspekt schon immer sehr faszinierend. Wahrscheinlich hat mir Shakespeare deswegen auch immer so gut gefallen. Als ich dann mit dem Singen anfing, konnte ich gar nicht anders, als gleichzeitig zu tanzen. Das kam wie von selbst und ich konnte beides gar nicht voneinander trennen. Sobald ich tanze, beruhigt sich auch meine Stimme und ich fühle mich gleich viel sicherer. Von dieser Basis aus habe ich dann angefangen, mit beiden Elementen zu arbeiten.

MusikBlog: Inwiefern sind deine tänzerischen Bewegungen eine physische Erweiterung bzw. Interpretation deiner Songs nur auf einer anderen Ebene?

Héloïse Letissier: Für mich fühlt es sich so an, als ob ich als Sängerin und Tänzerin dieselbe Geschichte auf zwei unterschiedliche Arten erzähle. Es sind keine zwei völlig voneinander getrennten Darstellungen. Was ich so sehr an der Verflechtung beider Kunstformen mag, ist die Tatsache, dass ich damit auf verschiedenen Ebenen mit meinem Publikum kommunizieren und Dinge zum Ausdruck bringen kann. Wenn ich zum Beispiel in Übersee einen französischen Song singe, verstehen die Zuschauer diesen vielleicht nicht, bekommen aber mit Hilfe des begleitenden Tanzes ein paar Hinweise darauf, was ich inhaltlich mit der Musik und dem Gesang sagen möchte. Ich mag den Tanz, weil er keinerlei verbaler Erklärungen bedarf und dennoch so viel in sich birgt. Er ist seiner Form nach so unmittelbar und beschwert nicht, was auf den anderen künstlerischen Ebenen zum Ausdruck gebracht wird. Selbst meine französischen Fans werden nicht davon erdrückt, obwohl sie sprachlich gesehen einen leichteren Zugang zu meinen Texten haben als Nicht-Muttersprachler.

MusikBlog: Bist du, was diese besondere Kombination von Tanz und Gesang angeht, schon einmal an deine Grenzen gestoßen?

Héloïse Letissier: Ich bin schon öfter an meine physischen Grenzen gestoßen. Da ich nie eine professionelle Tänzerin war, bin ich immer noch dabei, meine Grenzen Stück für Stück zu überwinden. Viele meiner Bewegungen sind immer einem instinktiven Verlangen heraus entsprungen. Manchmal waren sie dadurch auch etwas unbeholfen und plump. Als ich dann schließlich den Entschluss fasste, auf der Bühne zu singen und zu tanzen, hat mich das vor eine große Herausforderung gestellt. Ich benutze keine Playbacks, daher war es am Anfang ziemlich hart, dieses Pensum und die Doppelbelastung durchzuhalten. Je mehr man aber am Ball bleibt, um so einfacher wird es tatsächlich. Das Tanzen hilft mir dabei, mich selbst immer weiterzuentwickeln. Momentan fühle ich mich fast noch wie ein Baby, weil ich glaube, dass da noch sehr viel vor mir liegt. Ich lerne ständig dazu. Ich bin nicht daran interessiert, auf der Bühne perfekt zu sein, sondern aufrichtig. Dazu gehört auch, mich ständig zu verbessern.

MusikBlog: Was hilft dir dabei, dich zu verbessern?

Héloïse Letissier: Ich habe auf der Bühne zwei Tänzer dabei, bei denen wirklich jeder Schritt sitzt. Allein im Vergleich zu ihnen sehe ich, dass ich ganz viel an mir arbeiten muss. Ich bin neidisch, dass ich so viel schwitzen muss und sie es hinbekommen, alles nicht nach harter Arbeit aussehen zu lassen, auch wenn sie sehr hart dafür trainieren.

MusikBlog: Welche Rolle spielt die Improvisation in deinem künstlerischen Gesamtbild?

Héloïse Letissier: Als ich mit dem Tanzen begonnen habe, war das Improvisieren für mich ein großer Bestandteil meiner künstlerischen Perspektive. Oftmals habe ich hinsichtlich meiner Bewegungen alles Mögliche aus mir herausgelassen, um es anschließend wieder zu erlernen, wenn ich das Gefühl hatte, etwas davon verwenden zu können. Für den Videodreh zu meinem Song „Saint Claude“ bin ich zum Beispiel genau diesem Prinzip gefolgt. Beim Schreiben meiner Songs gehört das Improvisieren für mich ebenso dazu. Generell schaffe ich mir zunächst eine Basis aus Beats und Harmonien, und danach verbringe ich Stunden um Stunden damit, dem Ganzen improvisierte Texte hinzuzufügen, die ich dann später in die richtige Form bringe. Durch das ständige Improvisieren taste ich mich selbst immer näher an meine eigenen Songs heran und lege mir kleine Hinweise, die mich dann im besten Fall zum gewünschten Ergebnis führen, so dass am Ende etwas präzises entsteht.

MusikBlog: Wie lange musstest du die Songs auf deinem Debüt formen, bis alles für dich stimmte?

Héloïse Letissier: Die grundlegenden Ideen für die Songs auf „Chaleur Humaine“ sind alle relativ schnell entstanden. Man hat es einfach im Gefühl, wenn alles stimmt. Womit ich nicht sagen will, dass ich manchmal nicht drei Tage am Stück damit zugebracht habe, weniger gute Ideen zu verfolgen, um diese dann am Ende wegzuwerfen, weil ich festgestellt habe, dass alles Mist war. Das passiert natürlich auch, aber wenn alles gut läuft, merkt man das eben ziemlich schnell. Ich bin ein großer Liebhaber der Improvisation. Selbst meine besten Witze sprudeln ohne jegliche Planung aus mir heraus. Hinterher denke ich mir manchmal, dass ich ein paar davon aufschreiben sollte, weil sie immer so schnell verfliegen.

MusikBlog: Michael Jackson hat einmal gesagt: „Ich möchte nicht, dass die Zuschauer applaudieren, sondern dass ihr Kiefer auf dem Boden hängt, wenn sie mich auf der Bühne sehen“. Welche Ambitionen hegst du als Künstlerin im Vergleich dazu?

Héloïse Letissier: Michael Jackson hat die Latte als Performer verdammt hoch gelegt. Seine Worte sagen viel über den Maßstab aus, den er sich als Künstler immer wieder vor Augen gehalten hat. Er war so viel mehr als ein einfacher Entertainer oder ein großartiger Musiker, der auch noch tanzen konnte. Da mein Publikum zwar klatscht, aber die Kieferknochen der Fans nicht auf den Boden hinunter klappen, mache ich wohl irgendetwas falsch und muss mich noch viel mehr anstrengen. Aber mal im Ernst, ich verstehe gut, warum seine Ambitionen als Performer so hoch waren. Ihm ging es so sehr darum, einen großartigen Moment zu schaffen, in dem man das Publikum ganz und gar mit dem einnimmt, was man macht. Es wäre schrecklich für mich, wenn ich meine Arbeit auf der Bühne jeden Abend einfach nur so abspulen würde. Für mich sind selbst kleine Fehler wie technische Probleme irgendwie ein wichtiger Teil der Show, weil sie dem Ganzen Leben einhauchen.

MusikBlog: Wie fühlt sich deine Verbindung zum Publikum an, wenn du auf der Bühne stehst?

Héloïse Letissier: Ich weiss ehrlich gesagt nicht, ob ich eine Performerin bin, die diesen gewissen „Wow-Effekt“ auf ihr Publikum hat, aber ich hoffe inständig, dass ich eine Art innigen Moment zwischen mir und den Zuschauern herstellen kann, der sie für kurze Zeit fesselt und ihnen bewusst macht, dass sie keine Hülle sind, sondern das alles gerade um sich herum spürbar erleben. Darum interagiere ich auch so gerne mit dem Publikum. Für mich geht es auf der Bühne darum, eine Art der Verbindung zu all den Menschen vor mir herzustellen. Ich kann ehrlich von mir behaupten, dass ich bisher noch keinen Auftritt hatte, bei dem es mir nicht möglich war, einen Bezug zum Publikum, in welcher Form auch immer, herzustellen.

MusikBlog: Heutzutage müssen besonders Pop-Künstlerinnen oftmals mehr sein als bloße Sängerinnen. Sie müssen tanzen, schauspielern und gleich ein ganzes Paket an Forderungen erfüllen. Hast du dich jemals dazu gedrängt gefühlt, mehr sein zu müssen, als es dir vielleicht insgeheim vorschwebte?

Héloïse Letissier: Ich kann mich als Künstlerin glücklich schätzen, aus einem Land wie Frankreich zu kommen, in dem all diese Erwartungen nahezu nicht vorhanden sind. Das ist wirklich so. Es gibt keinen Druck von aussen, der auf mir lastet, wenn es darum geht, wie ich meine Show zu machen habe. Niemand zückt das Buch und macht Häkchen hinter irgendwelche Dinge, die woanders längst als Maßstab für Musiker gelten. Es gibt keine Tradition, die französischen Performern vorschreibt, was sie zu tun oder zu lassen haben. Dadurch habe ich von Anfang an viele Freiheiten genossen, vor allem was meine Liebe zum Tanz angeht. Natürlich wurde ich des Öfteren schief angesehen und kritisch beäugt, aber niemand hat meine Auftritte an dem gemessen, was woanders in der Welt als Standard einer Pop-Künstlerin betrachtet wird.

MusikBlog: Warum denkst du, gibt es diese großen kulturellen Unterschiede?

Héloïse Letissier: Das liegt vor allem daran, dass Franzosen es so gewohnt sind, zu bestuhlten Konzerten zu gehen. Es ist völlig ok, wenn sie sich dann Künstler ansehen, die ebenfalls nur mit einer Gitarre in der Hand auf einem Hocker sitzen und vor sich hin spielen. Ich glaube, in Amerika sieht es dagegen ganz anders aus, was die Erwartungshaltung des Publikums angeht. Dort wird alles an Performern wie Lady Gaga gemessen, während in Frankreich solche Art von Shows von nationalen Künstlern noch etwas völlig Neues sind.

MusikBlog: Wie würdest du deine Arbeitsmoral beschreiben?

Héloïse Letissier: Ich bin ein echter Control-Freak, was meine Arbeit angeht. Vielleicht gerade deshalb, weil ich keinen Druck von aussen habe. Ich sporne mich einfach selbst an, mich immer weiter vorzuwagen. Sei es mit meinen Konzerten oder aber auch mit meinen Videos und meinem künstlerischen Ausdruck im Allgemeinen. Ich glaube, ich bin schon als Mädchen verschrien, die immer alles alleine machen will, was ihren kreativen Output angeht. Am Anfang habe ich viel Kritik dafür einstecken müssen, mehr als ein gewöhnliches Konzert machen zu wollen. „Warum muss sie denn unbedingt tanzen? Das hat doch nichts mehr mit Musik zu tun!“ Solche Kommentare habe ich öfter bekommen. Manchmal wurde es sogar als „peinlich“ eingestuft, weil die Leute nicht verstanden, wieso ich mich auch mit Bewegungen meinem Publikum öffnen wollte. Ihrer Meinung nach war das einfach zu viel.

MusikBlog: Der Erfolg in deiner Heimat Frankreich ist nun aber der beste Beweis, dass diese Zeiten längst hinter dir liegen, oder?

Héloïse Letissier: Ja! Jetzt haben sie es langsam akzeptiert. Sie haben gemerkt, dass ich weiter daran festhalte und versuchen nicht mehr, mich umzukrempeln. Wer weiss, ob Shows in Frankreich in der Zukunft nicht auch dahin tendieren werden, mehr als nur die übliche Musik zu bieten. Wobei es aber immer ziemlich offensichtlich ist, wenn Künstler versuchen, ein Teil einer Bewegung zu sein, aber sie den Anforderungen nicht aus einem natürlichen Instinkt heraus gerecht werden. Ich mag Katy Perry sehr, aber Sängerinnen wie ihr merkt man dann doch an, dass sie keine Beyoncé sind, die das Tanzen so sehr verinnerlicht haben. Man merkt schnell, ob die jeweiligen Musiker wirklich ein Gefühl für das Tanzen entwickeln oder alles ein wenig zu einstudiert wirkt.

MusikBlog: Steckst du hinter all den jeweiligen Choreographien, die man von dir zu Gesicht bekommt oder hast du jemanden an deiner Seite, mit dem du zusammenarbeitest?

Héloïse Letissier: Ich arbeite mit einer sehr talentierten französischen Choreografin zusammen. Sie hat eine tolle Handschrift, was ihre Arbeit angeht und mir gefällt obendrein ihre Energie, die sie in die Ausarbeitung der jeweiligen Bewegungen steckt. Ihre Choreografien sind dem Ausdruck nach geschlechtslos. Ich habe das erste Mal etwas von ihr auf YouTube gesehen und war sofort beeindruckt. Innerlich habe ich gedacht, dass ich gerne genau so tanzen wollen würde. Wir haben uns dann gleich gut verstanden. Wohl auch, weil wir beide so große Fans von Michael Jackson und Pina Bausch sind. Sie hat mich auch mit meinen jetzigen Tänzern bekannt gemacht. Sie hat nie versucht, mich den von ihr ausgedachten Bewegungen anzupassen, sondern hat mir immer die Freiheiten gegeben, es auf meine Weise zu interpretieren.

MusikBlog: Du singst neben deiner Muttersprache auch auf Englisch. Wie bist du damit in Berührung gekommen und wann bist du dieser Sprache endgültig verfallen?

Héloïse Letissier: Die englische Sprache begleitet mich schon sehr lange. Mein Vater ist Englisch-Lehrer, deswegen bin ich früh damit in Berührung gekommen. Auch was die Musik anging, habe ich schon sehr zeitig englischsprachige Künstler für mich entdeckt, wie zum Beispiel David Bowie. Meine Eltern haben diese Art von Musik sehr oft gehört. Ich war sofort davon angetan. Wenn man sich für Popmusik interessiert, ist gerade Englisch eine sehr wichtige Sprache, um die man nicht herumkommt. Ich habe mir nie wirklich Gedanken darum gemacht, Englisch und Französisch in meiner Musik miteinander zu verbinden. Das war für mich etwas ganz Natürliches. Die Improvisationen, die ich vorhin ansprach, entstanden sowohl in englischer als auch französischer Sprache. Oftmals sind gerade die Refrains in Englisch entstanden, weil die Sprache so effizient ist und man die wichtigen Dinge vergleichsweise schnell zum Ausdruck bringen kann.

MusikBlog: Und welche Vorteile hat die französische Sprache deiner Meinung nach?

Héloïse Letissier: Französisch lässt sich etwas besser dazu nutzen, die erzählte Geschichte auszuschmücken. Mir gefällt die Vorstellung, dass meine Musik eine Art Kreuzung aus beiden Sprachen ist. Auch für mich als Sängerin ist es toll, mich beiden Sprachen hinzugeben. Es fühlt sich so an, als ob ich dadurch in einem ständigen Dialog mit mir selbst stehe. Allein die Musik bietet so viel Raum für verschiedene Stimmen. Warum lassen wir es dann nicht einfach zu, diesen auszufüllen und die verschiedenen Stimmen, die vielleicht in uns stecken, miteinander verschmelzen zu lassen?

MusikBlog: Welcher Gedanke schießt dir durch den Kopf, wenn du dich da fein herausgeputzt auf dem Cover deines Debütalbums siehst?

Héloïse Letissier: Es ist eine romantische Vorstellung, ein Debütalbum herauszubringen. Nach den EPs, die ich bereits veröffentlicht habe, ist „Chaleur Humaine“ so etwas wie die angemessene Vorstellung meiner Person. Genau aus dem Grund wollte ich auf dem Cover auch einen Blumenstrauß in meinen Händen halten. Dieses Album fühlt sich für mich wie ein erstes Date an. Und zu dem erscheint man besser ordnungsgemäß. Ich zeige den Hörern auf den Songs schließlich, wer ich bin und frage sie indirekt: „Wollt ihr mit mir ausgehen? Es ist schön, euch kennenzulernen“. So einfach ist das. Gegenüber den EPs ist es schon ein weitaus größerer Schritt für mich. Ich habe bewusst mit dem Album gewartet, bis von meinem Gefühl bis hin zu den Songs und der damit verbundenen Ästhetik alles gestimmt hat. Darum hatte ich beim Cover-Shooting auch allen Grund, mich ein wenig dem Anlass entsprechend herauszuputzen. Jetzt bin ich allerdings schon ganz versessen darauf, ein neues Bild von mir zu machen, das ich diesem hinzufügen kann.

MusikBlog: Weil du das Gefühl hast, der Abbildung schon wieder ein paar Schritte voraus zu sein?

Héloïse Letissier: Ja, das kann man so sagen. Das auf dem Bild bin zweifelsohne immer noch ich und auch die Songs spiegeln meine Person nach wie vor wider. Aber eben nur einen bestimmten Teil davon, denn ich bin schon dabei, mich klanglich neuen Wegen zu öffnen und andere Sachen auszuprobieren. Und doch fühle ich mich den Songs auf meinem Debüt ganz klar immer noch tief verbunden. Allein schon die Arbeit im Studio hat mich viel weiter vorangebracht. Ich habe viel Zeit damit verbracht, mich mit einem lo-fi Sound auseinanderzusetzen und entdecke nun immer mehr Möglichkeiten, mich zu entfalten. Es ist ein großer Schritt für mich, mit anderen Musikern um mich herum zu interagieren und mit ihnen zusammenzuarbeiten. Ich war immer eine sehr große Einsiedlerin, was den Akt des Musikmachens angeht. Jetzt habe ich erkannt, dass es Leute gibt, die meine Musik respektieren und mit denen ich zusammenarbeiten kann. „Chaleur Humaine“ ist so etwas wie ein Produkt meiner Zeit als Teenager. Nun bin ich dieser Phase entwachsen und möchte mich weiterentwickeln.

MusikBlog: Vielen Dank für das Interview.

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