Father John Misty – I Love You, Honeybear – Melancholische Aura

Hinter Father John Misty versteckt sich kein geringerer als Joshua Tillman. Er ist schon fast so etwas wie eine Ikone im Singer-Songwriter und Folk Bereich. In seinen ersten Jahren als Musiker veröffentlichte er zahlreiche Alben unter seinem richtigen Namen Joshua Tillman. 2008 stieß er dann zu der amerikanischen Folk-Band Fleet Foxes, wo er als Drummer tätig war, ehe er diese 2012 wieder verließ, um sich als Father John Misty einen Namen zu machen. 2012 erschien dann auch sein Debüt “Fear Fun”, welches mit großer Begeisterung aufgenommen wurde. Nun, drei Jahre danach ist er mit “I Love You, Honeybear zurück”.

Viel hat sich eigentlich nicht geändert, man bekommt noch immer erstklassigen Folk mit Hall-Gesang aufgetischt. Es muss auch mal gesagt werden, dass man sich im Singer-Songwriter und Folk Bereich doch auf ziemlich engem Raum bewegt, große Veränderungen und Fortschritte sind hier nicht zu erwarten. Da kann man ganz einfach nur banal feststellen, entweder es passt oder es passt nicht. Bei Father John Misty hat es schon immer gepasst und “I Love You, Honeybear” bildet da keine Ausnahme.

Das Album beginnt ruhig, doch man ahnt schon in den ersten Sekunden, dass sich da etwas Besonderes zusammenbraut. Der Titeltrack ist ein passender Opener für diesen zweiten Longplayer von Father John Misty. Im Stile der Fleet Foxes breitet sich wie ein hartnäckiges Echo das Vibrato des Sängers im Kopf aus. Auf den Opener folgt einer der besten Four-Chord-Songs ever. In der großen Instrumentenvielfalt glänzen vor allem die dramatisierenden Violinen sowie der Bass, die mexikanisch angehauchten Bläser und das Schlagzeug, die synchron zueinander laufen. “Chateau Lobby 4 (in C for Two Virgins)” unterscheidet sich stark von anderen Tracks des Albums, die wie “Nothing Good Ever Happens At The Goddamn Thirsty Crow” oft nach Country klingen.

 

 

Aufgewachsen mit Legenden wie Willie Nelson und Bob Dylan ist der Stil des derzeit in New Orleans, Louisiana lebenden Amerikaners natürlich stark vom Country geprägt. Er baut in seine Werke gerne Stimmungsexplosionen ein, wie zum Beispiel in “The Ideal Husband” und stattet seine Songs mit einer melancholischen Aura aus, ohne sie traurig klingen zu lassen. Auch gibt es kaum einen Titel, in dem Father John Mistys Stimme nicht durch Hall verstärkt wird, wodurch die Musik eine ganz besondere Tiefe gewinnt. Weitere tiefgründige und schöne Momente entstehen durch die mehrstimmigen Gesänge.

Mit “I Love You, Honeybear” schließt Father John Misty an sein Erstwerk an. Wieder hat er eine Band aus exzellenten Musikern und Freunden für die Aufnahmen und Live-Auftritte hinter sich geschart, wieder gelingt es ihm, ein hervorragendes Gleichgewicht zwischen Country, Alternative und Folk zu finden. Das Album ist eine schöne und vor allem in ihrer eigenen Art besondere Platte. Es führt einen durch eine eigene Welt mit traurigen und fröhlichen Momenten. Jeder Song verleiht einem das Gefühl der Hoffnung, unergründlich und nicht fassbar, doch man spürt sie.

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