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The Wave Pictures (Credit Moshi Moshi)

The Wave Pictures – Great Big Flamingo Burning Moon

Vor zwei Jahren brachten die britischen Indie-Rocker The Wave Pictures mit „City Forgiviness“ eines der besten Alben des Jahres 2013 heraus. Selten hat eine Doppel-LP so fasziniert und einen vor allem über die Länge nicht gelangweilt. Ihr neuestes Werk „Great Big Flamingo Burning Moon“ schließt sich in puncto Qualität dem Vorgänger oder besser den Vorgängern nahtlos an. Zwei Jahre sind für The Wave Pictures schon fast eine Ewigkeit, denn normalerweise bringen sie jedes Jahr ein oder sogar zwei Alben heraus.

Auf „Great Big Flamingo Burning Moon“ klingen die Engländer wie auf dem Vorgängeralbum wieder mal nach Neil Young und binden Southern-Rock Elemente mit in ihre Musik ein. Dies beherrschen sie so gut wie fast keine andere englische Band. Im Vergleich zum Vorgänger gehen sie aber deutlich reduzierter zu Werke, 13 Songs spielen sie uns in fast 41 Minuten runter. Diesmal ist also keine Gigantomanie angesagt.

Waren die Wave Pictures zu Beginn ihrer Indie-Folk-Karriere noch eher in der Ecke der Go-Betweens, Violent Femmes oder sogar bei den frühen Smiths anzusiedeln, haben sie ihr Spektrum über die Jahre hörbar erweitert. Auf „Great Big Flamingo Burning Moon“ steigern sich aber vor allem die Gitarren in kunstvollen Rock-Endlosschleifen, um am Ende dann doch wieder beim altbekannten, aber charmanten Akustik-Folk zu landen. Dies gepaart mit schräg-raunzender Vokalunterstützung, ist es aber immer noch das, was die Band am allerbesten drauf hat.

Schon beim zweiten Stück „I Could Hear The Telephone (3 Floors Above Me)“ schwingt eine große Portion Southern Rock mit, gepaart mit Neil Young-ähnlichem Gitarren-Gekniddel. Auch der Song „Green River“ ist ein gutes Beispiel für diese Mischung, die The Wave Pictures besser drauf haben als so manche ihrer amerikanischen Kollegen. Die ganze Platte ist untersetzt mit einem herrlichem Low-Fi Charme und erstklassigen Songs, so dass es einem richtig Spaß macht, diesem Werk zu lauschen.

Mit dem „Pea Green Coat“ schließen sie dann „Great Big Flamingo Burning Moon“ so ab, wie sie es angefangen haben. Fantastisches Gitarrenspiel, schräger Gesang und unglaublich schöne Melodien.

Den Jungs gelingt ein hübscher Balanceakt zwischen Eckigkeit und Schwung, Eigensinn und Können, hübschen Geschichten und rumpeligen Melodien. Abgerundet wird diese Mischung durch eine gehörige Portion Spontanität, die sicherlich auch daher rührt, dass diese Band sich nie dem Kommerz hingab und seit Jahren einfach nur ihr Ding durchzieht.

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