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The Very Best – Makes A King

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Klischeeverbreitung buh, aber genau so stellt man sich das vor mit dem Global Pop: Da wurde The Very Best, also dem alten Schweden Johan Hugo und dem Malawier Esau Mwamwaya, kreativ ein bisschen langweilig bei den Studioarbeiten an ihrem mittlerweile dritten Album in der Hauptstadt Lilongwe, man suchte und fand ein abgeschiedenes, ländliches Häuschen fernab städtischen Trubels, und schwups, wie das so ist auf dem afrikanischen Ländle, schauen alle, wirklich alle Lokal-Chöre und Freizeitmusiker der Region vorbei, um mal zu checken, was da so geht und um irgendwie mitzumischen bei den Aufnahmen von Malawis Pop-Export Nummer Eins.

Herausgekommen ist das am wenigsten elektronische Afro-Beat-trifft-Dance-Konglomerat des Global Pop-Players, sondern ihr bis dato organischster Band-Sound, der die ganzen Rhythmikvermengungen von The Very Best diesmal eher bluesig als Hip-Hop-lastig wirken lassen. Abgesehen vom Refrain des Titelsongs, gibt es wieder kein Englisch zu hören, was den Exotikfaktor hoch hält, es sei denn man versteht Chichewa. Doch vor allem der weitgehende Verzicht auf Syntheziser und elektronische Beats schippert „Makes A King“ weg vom urbanen Dancefloor und eher hin zur staatlich geförderten Kulturveranstaltung mit Anfassen.

Dass sich hier beim Entstehungsprozess viele Mucker die Klinke in die Hand gaben, und auch noch die letzte Triangel einen akustischen Platz auf den Tonträger finden wollte, hört man der Scheibe an. Sie will so ziemlich alle Global Pop-Sachen auf einmal. Die ursprüngliche Tradition reduzierter afrikanischer Dorfmusik bewahren, genauso, wie die fruchtbare Fusion mit dem westlichen Strophe-Refrain-Pop hinlegen. Wahrlich, schlecht ist das Ergebnis nicht, aber durchaus ein wenig unausgegoren.

Am besten geht das vielschichtige Konzept auf, wenn The Very Best Sinkane-mäßig grooven und Richtung Dancefloor schielen, wie bei „Swedka“, oder ein wenig grobkörniges elektronisches Pfeffer in die Rhythmik streuen, wie auf „Mariana“, oder aber das machen, was sie am besten können, kulturell fremde Musiken fusionieren, wie früher mit M.I.A. und Santigold oder Ezra Koenig von Vampire Weekend, und einen tanzbaren Global Pop-Longdrink herausmixen, vorbildlich gerührt und nicht geschüttelt auf dem Closer und Titeltrack „Makes A King“.

Vom Label ist auch zu vernehmen, das Mwamwayas ungerechte Visa-Problematiken der letzten Jahre, weil er es gewagt hatte, den gesellschaftsgefährdenden und terroristischen Frevel zu begehen, einen Aufenthalt zu überziehen, endlich gelöst seien und man The Very Best tatsächlich live in Europa erleben könne, sofern ihn nicht besorgte, montags demonstrierende patriotische Europäer daran hindern.

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