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Cosmo Sheldrake – Live im Orangehouse, München

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Wenn man Cosmo Sheldrake so auf Fotos sieht, denkt man, schon wieder so ein Folk-Heini. Doch diesem Vorurteil ist man nur sehr kurz erlegen, wenn man Cosmo dann live sieht. Dort zeigt er nämlich nicht nur, dass er ein genialer Soundtüftler ist, sondern auch sein Talent für Entertainment. So zu erleben auf seiner aktuellen Tour mit zwei Stationen in Deutschland, einer davon das Münchener Orangehouse am gestrigen Abend.

Manel Rodriguez, eine Singer/Songwriterin und Straßenmusikerin aus München, die mit ihrem Cover des Slut Songs „Remote Controlled“ bekannt geworden ist, bildet den Auftakt und schafft eine gute Einstimmung. Das Orangehouse ist nahezu ausverkauft, vor allem junge Studentinnen scheinen Cosmo bereits ins Herz geschlossen zu haben.

Dann beginnt Cosmo Sheldrake mit seinem ersten Titel, stoppt jedoch gleich nach den ersten Tönen, geht in Beatboxing über und bittet den Mischer, den Monitor etwas runter zu drehen. Dann geht’s weiter und der Song entpuppt sich als ein Cover von „Iko Iko“ von den Dixie Cups aus dem Jahr 1965, ein „New Orleans Classic“ wie ihn Cosmo bezeichnet. Den meisten dürfte jedoch eher die Coverversion von The Belle Stars von 1989 bekannt sein, der u.a. im Film „Rain Man“ Verwendung fand. Sheldrake spielt den Titel ungefähr doppelt so schnell wie in der Originalversion und zeigt beim „Hey now, Hey now“ mit beiden Händen abwechselnd auf sich und auf das Publikum, was sofort entsprechende Stimmung schafft und zum Mitsingen animiert. Auch später zeigt sich das Publikum bei vielen Songs textsicher und lautstark mitsingend.

Cosmo wirkt mit seinem kleinen Instrumenten-Tischchen auf der Bühne sehr souverän, so als würde er schon jahrelang große Hallen bespielen. Er schafft eine sehr groovige Mischung aus einer Vielzahl an Musikstilen und schafft eine beeindruckende Partystimmung im kleinen Saal des Orangehouses. Cosmo improvisiert viel und spielt drei bis vier Titel, die er sich spontan ausgedacht hat, darunter auch ein Acapella Stück, bei dem er seinen Gesang auf mehreren Spuren aufnimmt, dann ineinander mischt und mit seinem Beatboxing kombiniert.

Instrumentensammler Cosmo Sheldrake liebt es, verschiedene Klänge aus allen möglichen Ecken der Erde zu suchen, um sie zu verwenden. So erläutert er augenzwinkernd zu einem Ton, dass es klingt wie ein Maultrommel spielender Mongole an einem Wasserfall, zu einem anderen, dass es so von einem Pygmäen Volk in Kamerun gespielt wird. Cosmo erzählt außerdem, wie er in Budapest mit seinem Recorder umher gelaufen ist und Töne aufgenommen hat (und hat natürlich auch dafür ein Sound-Beispiel parat).

Cosmo arbeitete u.a. auch mit Bernie Krause zusammen, einem amerikanischen Musiker und Experten auf dem Gebiet der Natur-Klangforschung. Zu dem entsprechenden Stück stellt Sheldrake im Konzert die verwendeten Klänge mit Fischnamen vor (darunter ein Buckelwal und eine kleine Auster), wobei unklar bleibt, ob es die Originalaufnahmen oder von Cosmo bereits adaptierte Klänge sind. Auf jeden Fall ist es äußerst unterhaltsam.

Natürlich fehlt auch der Hit „Rich“ von der aktuellen EP „Pelicans We“ nicht (diese ist übrigens inspiriert von dem Gedicht „The Pelican Chorus“ von Edward Lear, einem Dichter von sogenannter Unsinnspoesie, wie Cosmo erklärt) sowie das ebenso großartig groovende „The Fly“, bei dem der Text vom gleichnamigen Gedicht aus der Feder William Blakes stammt.

Cosmo Sheldrake hat mit seiner Mischung aus Beck, The Art Of Noise und Get Well Soon – gewürzt mit einer deftigen Prise britischen Humors – das Überraschungskonzert des Jahres geboten. Ein Mann, den man aufgrund seines Aussehens mit Wuschelhaar und bravem Pullover über dem Hemd, absolut nicht unterschätzen darf und auf den noch zu achten sein wird. Jetzt braucht er nur noch ein paar neue Presse-Fotos.

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