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Drenge – Live im Magnet Club, Berlin

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Rock’n’Roll Shows leben bekanntlich vom Chaos-Faktor, aber bei den Brüdern Loveless aus England herrschen dennoch ein paar Spielregeln, wenn es auf die Bühne geht. Nummer Eins auf der Liste dürfte dabei der Vorsatz sein, keine Zeit mit unnötigen Ansagen oder dergleichen zu verschwenden. Im Berliner Magnet Club schlägt dem Publikum ein Set wie aus einem Guss entgegen, das die spielerische Intensität der Band dauerhaft hoch und die aufgeladene Atmosphäre immer knapp um den Siedepunkt herum hält. Falls der Titel ihres neuen Albums „Undertow“ auch nur annähernd als Indiz für die Live-Qualitäten von Drenge gewertet werden darf, tat die jüngst zum Trio angewachsene Band gut daran, eine knappe Stunde lang mit ihren Songs einen wahrlich musikalischen Sog zu erzeugen.

Die ehemals rein brüderliche Dynamik zwischen Sänger Eoin Loveless und Schlagzeuger Rory Loveless wurde im Zuge dessen durch Rob Graham am Bass ergänzt, der zuletzt auch im Studio für einen noch druckvolleren Sound sorgte. Selbst die vielen glitzernden und geradezu unschuldig wirkenden Sticker auf seinem Bass konnten nicht darüber hinweg täuschen, dass der neue Mann an Bord es ebenso faustdick hinter den Ohren hat wie seine Bandkollegen. Alle drei schienen das Konzert über der Essenz des Rocks dicht auf den Fersen zu sein und fackelten keine Sekunde lang, sich kopfüber in den nächsten Song zu stürzen und dem Publikum höchst energisch Akkord um Akkord um die Ohren zu hauen. Stets vom dichten Rauch der Nebelmaschine umgeben und in blutrotes Licht getaucht, gab es für die Briten nur den eingelegten Vorwärtsgang mit hohem Krawallfaktor.

Das Set mit „Running Wild“ beginnend, dauerte es gefühlt nur ein paar Takte, bis die ersten langhaarigen Fans ihre Mähne schüttelten und man sich sicher sein konnte, demnächst den Ellenbogen des Nachbarn zu begrüßen. Die erste Single-Auskopplung „We Can Do What We Want“ des neuen Albums wurde dabei zur heimlichen Hymne des Abends, an dem die Fans sich ausgelassen eben jenes Motto auf die Fahne schrieben, um zumindest für den Moment die ihnen auf der Bühne vorgelebte Narrenfreiheit zu zelebrieren.

Bis zum Äussersten wie im Song „I Wanna Break You In Half“ kam es glücklicherweise nicht. Sowohl Zuschauer als auch Instrumente blieben heil, hatten aber dennoch einer physischen Belastungsprobe standzuhalten. In der zweiten Hälfte der Show gönnte die Band den Anwesenden dann aber doch eine kurze Verschnaufpause und bewies, dass sie mit „Standing In The Cold“ auch etwas weitaus weniger auf Krawall gebürstet und abseits des gedrückten Alarmknopfes zu bieten hatte.

Beim Rausschmeißer des Abends, in Form des akustischen Knüppels „Let’s Pretend“, geriet aber noch einmal ordentlich Bewegung ins Innere des Magnets. Untermalt von der aufheulenden Gitarre und dem tief aus den Lungen herausgepressten Gesang von Eoin Loveless, bäumten sich Drenge ein letztes Mal im Kollektiv auf und schickten die Fans ohne eine Zugabe nach Hause. Was sonst eher als Unding gilt, war für Drenge stattdessen das Ausrufezeichen hinter einem explosiven Set, das es auch zum Ende hin keineswegs nötig hatte, den Standard zu bedienen.

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