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East India Youth (Credit Andy Ford)

East India Youth – Culture Of Volume – Modernes Kunstwerk

Hinter East India Youth versteckt sich der britische Musiker Willliam Doyle, der letztes Jahr mit seinem Debüt „Total Strife Forever“ für Furore in der Electronica-Musikszene sorgte. Das Werk war für etliche Preise nominiert und wurde in den Himmel gelobt. Nun ein Jahr später legt er uns schon das Nachfolgewerk „Culture Of Volume“ vor. Dieses ist in puncto Qualität kein Deut schlechter als sein Vorgänger. Ganz im Gegenteil, es wirkt alles gereifter und strukturierter, auch an Melodien spart er nicht. Diese werden dem Hörer nur so um die Ohren gehauen, so dass es einem fast schwindelig wird.

Nach dem instrumentalen Intro „The Juddering“ zeigt uns gleich der zweite Track „End Result“, wohin die Reise gehen soll. Alles braut sich zusammen, alles türmt sich auf, alles brodelt, ohne wirklich zum Kochen zu kommen. Hochkomplexe Rhythmen und die tolle Stimme von Willliam Doyle sind die wichtigsten Fixpunkte für „Culture Of Volume“. „Don’t Look Backwards“ zum Beispiel scheint getragen von einem Drumcomputer, der mit künstlicher Intelligenz versehen wurde, sich nun aufmacht, die Welt und ihre Möglichkeiten zu erkunden. Wenn dann noch der Gesang dazu kommt, um ihn zu besänftigen, klingt es wie eine perfekte Einheit zwischen Mensch und Maschine.

„Culture Of Volume“ klingt wie die musikalische Entsprechung eines Märchenwalds voller Tau, Schmetterlinge und zauberhafter Wesen, durch den aber auch mal die eine oder andere, bedrohliche Nebelschwade zieht. Der Beat, bestes Beispiel hier „Entirety“, kommt kraftvoll daher, rundherum lenken aber reichlich Flirren und Säuseln von diesem Vorwärtsdrang ab. Es gibt ganz viele Spuren, jede scheint ihr eigenes Lied zu spielen, und doch ergibt das keine Kakophonie, sondern ein wundersames, schillerndes Ganzes.

Fast alles auf „Culture Of Volume“ klingt wie nicht von dieser Welt, schwer zu fassen und doch dringlich. Vielleicht am deutlichsten wird das im traumhaften „Manner Of Words“. Der Track beweist eindeutig, dass East India Youth Kopfmusik machen. Er beweist aber auch, wie organisch und emotional diese Kopfmusik sein kann und wie sehr Willliam Doyle seine Gestalt genießt.

Das Album stellt für den Künstler einen Reifeprozess dar sowie eine bewusstseinserweiternde Erfahrung. Ein internationales, modernes Kunstwerk, in dem uns East India Youth von einem globalen Standpunkt aus seine Vision der synthielastigen 80er schildert und gleichzeitig die Zukunft präsentiert.

Kommentare

  1. […] einer kleinen Festung um den jungen Engländer herum aufgebaut, der sich mit seinem zweiten Album “Culture Of Volume” derzeit auf Tour durch Europa befindet. Synthesizer, Keyboard, Laptop und Bass sind die wenigen […]

  2. […] knappes Jahr später beschert uns East India Youth bereits das Nachfolgealbum “Culture Of Volume“, und auch dieses ist wieder von behutsam-hymnischer Schönheit geprägt. Ein modernes […]

  3. […] Was schreibt MusikBlog über East India Youths aktuelle Scheibe  “Culture Of Volume”? […]

  4. […] nicht einmal den Kaffee vor seiner Nase gebraucht, um die Restmüdigkeit verfliegen zu lassen. Mit “Culture Of Volume”, dem Nachfolger seines Mercury Prize nominierten Debüts “Total Strife Forever” steht […]

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