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Ich lebe sehr intensiv – Joris im Interview

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Für viele Insider und Experten ist Joris der derzeit hellste Stern am deutschen Singer/Songwriter-Himmel. Aber wer ist dieser Joris eigentlich? Geboren in der Nähe von Bielefeld bekommt der heute 25-jährige Joris im Alter von fünf Jahren von seinen Eltern ein Schlagzeug geschenkt. Seitdem hat ihn die Musik im Schwitzkasten. Schlagzeug, Gitarre, Klavier: Joris bringt sich mit den Jahren alles selbst bei. Irgendwann entdeckt er auch noch seine Stimme. Das Paket ist geschnürt. Doch Joris lässt sich Zeit. Er will alles richtig machen, nichts übers Knie brechen und alles unter Kontrolle haben, wenn die Zeit reif ist. Jetzt ist es endlich soweit. Alles passt. Joris hat sein Debütalbum im Kasten. Es heißt „Hoffnungslos Hoffnungsvoll“ und lässt so manch etablierten ähnlich gestrickten Kollegen neidisch dreinblicken. Höchste Zeit also, den Verantwortlichen mal zur Rede zu stellen. Wir verabredeten uns mit Joris und sprachen über deutsche Texte, Gegensätze und Emma Watson.

MusikBlog: Hi Joris, du hast die letzten Wochen vor allem damit zugebracht, die Songs deines Debütalbums so gut es ging unter Verschluss zu halten. Bis auf ein paar YouTube-Snippets kam nichts an die Öffentlichkeit. Warum dieses Versteckspiel?

Joris: Ich steh nicht so auf halbe Sachen. Ich habe die letzten anderthalb Jahre an diesem Album gearbeitet. Das war eine unglaublich intensive, kraftraubende, aber auch tolle Zeit, die ich nicht einfach so peu a peu nach außen tragen wollte. Mein Stichtag war immer der 10. April. Dann sollten die Leute das komplette Paket serviert bekommen. Ich habe die Songs vorher nicht einmal meinen Freunden vorgespielt. (lacht)

MusikBlog: Nun wurde das „Paket“ ja endlich geliefert. Wie reagieren denn die Empfänger so?

Joris: Bisher kann ich mich nicht beklagen. Natürlich gibt es auch Leute, die ordentlich draufhauen. Aber das gehört dazu. Dessen war ich mir bewusst. Die meisten Reaktionen sind aber positiv.

MusikBlog: Du machst deutschsprachigen Indie-Pop; eine Richtung, die viele Angriffsflächen bietet. Gerade hierzulande werden deutschsprachige Künstler ja nicht gerade in Watte gepackt. Zu Recht?

Joris: Mir gefällt auch nicht alles, ganz klar. Es gibt aber auch viele Künstler, die ich richtig toll finde, und die mich inspirieren. Bosse beispielsweise. Ganz großer Musiker mit grandiosen Texten.

MusikBlog: Gab’s denn Überlegungen, das Ganze vielleicht auch auf Englisch zu machen?

Joris: Klar hat man vorher ein bisschen experimentiert. Aber mit der Muttersprache kommt man immer am besten auf den Punkt. Meine ersten deutschsprachigen Songfragmente habe ich vor vier oder fünf Jahren ausgearbeitet. Seitdem bin ich da ganz klar, auch wenn ich englische Musik liebe. Da kann man sich immer so schön treiben lassen, weil man sich mehr auf die Musik konzentriert. Da legt man nicht jedes Wort auf die Goldwaage. Mir war aber irgendwann einfach wichtig, eine gesunde Balance zwischen der Musik und meinen Texten herzustellen. Ich will, dass die Leute auf beides achten.

MusikBlog: In deinen Texten geht es oftmals um Gegensätze. Freude, Trauer, Liebe, Trennung: Du bewegst dich selten in Grauzonen. Bist du ein Typ, der die Extreme im Leben anziehender findet?

Joris: Ich denke einfach, dass man mit konventionellen Dingen besser klarkommt, wenn man sich Extremen nicht verschließt. Ich bin jemand, der sehr intensiv lebt. Ich sauge alles auf und bin sehr neugierig. Das bringt mich oft in Situationen, über die es sich lohnt, zu schreiben. Nimm nur den Song „Im Schneckenhaus“. Da geht’s um Selbstzweifel, um das Wollen, aber nicht Können und umgekehrt. Wenn ich den Song live spiele, dann ist es immer mucksmäuschenstill im Saal. Das sind dann Momente, die mich richtig berühren und mir zeigen, dass ich mit meiner Art und Weise, wie ich denke, fühle und darüber schreibe, auf dem richtigen Weg bin.

MusikBlog: Extreme Situationen ziehen oftmals extreme Reaktionen nach sich. Meist übernimmt dann der Instinkt die Kontrolle. Du bist also eher ein Bauchmensch?

Joris: Das kommt immer drauf an. In der Regel tendiere ich schon Richtung Bauch, weil ich halt auch ein sehr emotionaler Mensch bin. Wenn es um Menschen und Gefühle geht, dann schalte ich den Kopf lieber aus. Da übernimmt dann mein Bauch oder mein Herz die Kontrolle. Ich kann aber auch lange über Dinge grübeln. Da geht’s dann aber meist um stumpfe Dinge.

MusikBlog: Zum Beispiel?

Joris: Naja, wenn ich beispielsweise in einem Elektromarkt stehe, weil ich mir einen neuen USB-Stick kaufen will, dann guck ich auch erstmal nach dem Preis und der Verpackung. Mit solchen Dingen kann ich mich schon aufhalten. Aber sonst würde ich eher behaupten: Bauchmensch.

MusikBlog: Würdest du dein Album als den Beginn einer musikalischen Reise bezeichnen, die in Zukunft vielleicht noch ganz andere Facetten zum Vorschein bringen könnte? Oder fühlst du dich im Hier und Jetzt angekommen?

Joris: Das ist schwer zu beantworten. Momentan bin glücklich und zufrieden, so wie es ist. Ich bin unheimlich stolz auf mein Album und fühle mich wohl damit. Ich entwickle mich aber ständig weiter. Gut möglich, dass das zweite Album in eine ganz andere Richtung geht. Das wird man dann sehen.

MusikBlog: Entwicklung ist ein gutes Stichwort. Stehst du eigentlich immer noch auf Emma Watson?

Joris: (lacht) Oh je, damit habe ich mir echt was eingebrockt. Seit ich die Geschichte erzählt habe, will jeder wissen, warum, wieso und weshalb ich mit elf Jahren in Emma Watson verknallt war und sogar einen Song für sie geschrieben habe.

MusikBlog: Ich kann mir gut vorstellen, dass man sich mit elf Jahren eher in eine Schauspielerin als in eine Klassenkameradin verguckt.

Joris: Ich habe Harry Potter damals verschlungen. Und Emma war halt extrem hübsch anzusehen. Zumindest in meinen Augen. (lacht)

MusikBlog: Mich würde ja vielmehr interessieren, für welche Dame du heutzutage einen Song schreiben würdest?

Joris: Das ist doch mal eine gute Frage. Lass mich überlegen…Puh, jetzt hast du mich aber echt am Wickel. Ich glaube ich muss da passen. Da fällt mir, ehrlich gesagt, gar niemand ein.

MusikBlog: Vielen Dank für das Interview.

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