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Waxahatchee – Ivy Tripp

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Das Frühjahr 2015 gehört eindeutig jungen Singer-/Songwriterinnen mit Gitarre und Punk-Sozialisierung: Neben Courtney Barnett und Laura Marling mit ihren großartigen neuen Alben gehört auch Katie Crutchfield alias Waxahatchee in diese Reihe.

Crutchfield gründete ihr Projekt Waxahatchee (das in erster Linie aus ihr selbst besteht, plus einiger befreundete MusikerInnen, die auch live mit ihr auftreten) 2011, nachdem sie mit ihrer Zwillingsschwester Allison in verschiedenen Bands wie P.S. Eliot und Bad Banana gespielt hatte. Waxahatchees erstes Album „American Weekend“ war ein introvertiertes, sensibles Lo-Fi-Werk, das zwar vermittelte, dass hier eine junge Poetin gehört werden will – aber ein bisschen verjammert, sozusagen Post-Emo wirkte. Mit dem Zweitling „Cerulean Salt“ schlug Crutchfield andere Töne an: Der Geist der frühen Neunziger hielt Einzug, ältere HörerInnen fühlten sich an Liz Phair, Throwing Muses, Juliana Hatfield oder Barbara Manning erinnert. Dieses Album brachte Waxahatchee jede Menge Aufmerksamkeit, und Tegan And Sara nahmen sie als Supportact mit auf Tournee.

„Ivy Tripp“ macht da weiter, wo „Cerulean Salt“ aufhörte, nur noch ein bisschen poppiger: Raue Gitarren, polternde Drums, schiefe Synthies, beherzter Gesang – ja, die frühen bis mittleren 1990er Jahre sind noch immer musikalisches Vorbild für Waxahatchee, die gar nicht will, dass ihre Platten sich so anhören, als seien sie anno 2014/15 aufgenommen, sondern gute zwanzig Jahre früher. Sie zitiert Kelley Deal von den Breeders, die glücklich darüber ist, dass ihr Hitalbum „Last Splash“ auch heute noch Relevanz hat.

Das will Waxahatchee auch: Musik machen, die noch in 2035 gehört und für gut gefunden wird. Das gelingt ihr bestens: Auf  „Ivy Tripp“ mischt sie brüchige Balladen mit Abgeh-Gitarrensound, Songs wie „Air“ und „Summer of Love“ sind allerschönster Slacker-Post-Grunge, als hätte Evan Dando mit seiner alten Liebe Juliana Hatfield doch noch eine Platte aufgenommen.

Der Titel „Ivy Tripp“ ist eine Wortschöpfung Waxahatchees, das Extra-P in „Tripp“ ist eine Hommage an einen kürzlich verstorbenen Freund, der diesen Nachnamen trug. Thema des Albums ist Richtungslosigkeit – die nicht an ein bestimmtes Alter gebunden ist, also keine reine Coming-of-Age-Platte, es geht um den gesamten Trip des Lebens. Keiner ihrer Freunde würde den üblichen Heirat-Kinderkriegen-Ehe-bis-zum-Tod-Horror mitmachen, sagt Crutchfield – um solche biografischen Grundsatzfragen drehen sich viele Songs auf „Ivy Tripp“, besonders böse in dieser Hinsicht ist „Grey Hair“ geraten, nachdenklicher und ambivalent dagegen „Less Than“.

Emotionales Blankziehen wie auf „American Weekend“ ist noch immer Waxahatchees Metier – allerdings mit deutlich mehr Nachdruck in der Musik.

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