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Girlpool – Before The World Was Big

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Cleo und Harmony sind zwei junge Frauen, die angepisst sind. Verdammt angepisst. Sie lehnen sich auf, gegen diese verdammten Konventionen und irren Gedanken. Doch wie meutert man am besten gegen Konventionen, wenn die Grenzen des Konformen doch irgendwie schon wieder so cool sind? Richtig: auf souveräne, einen drauf gebende und 24 Minuten andauernde Machart. Girlpools Debütalbum serviert mittels emanzipierter Reflektion eine ungeheure Durchschlagskraft, die ihre Energie aus nonkonformen Reduzierungen zieht. Ihre Waffen: eine E-Gitarre, ein Bass und der intelligent zwischen den weiten Zeilen lesende Lo-Fi-Rock.

Wenn der Brummelbass übersättigt schnurrt und die geruhsame Gitarre in unperfekter Manier ihre amateurhaften Amp-Möglichkeiten austestet, würden normversessene Tonmenschlein entsetzt die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Doch viel wichtiger: Genau in diesem verdammt verletzlichen Augenblick haben die Los Angelenas ihren – schon seit der letztjährigen und gleichnamigen EP gewohnten – Sound einmal mehr gefunden. Die Mädchen wollen ernste Kopfgeschichten aus dem albernen Herzen erzählen und sich völlig auf ihr Inneres fokussieren – dabei jedoch um Himmels Willen keinen hochgestochenen Ansprüchen genügen, welche da draußen schon zu Hauf aufgedrückt werden.

Ein ehrliches Konzept, das wir schon von den Solobemühungen der Yeah Yeah Yeahs-Frontfrau Karen O kennen: Die Hosen mittels blanker instrumentaler Nacktheit herunterzulassen, das lenkt den Fokus recht ungeniert auf nachdrücklich Gesagtes. Zu sagen haben die Künstlerinnen dabei viel: „My mind is almost nineteen and I still feel angry“. Mit „I Like That You Can See It“ ist in leichtfüßiger Jugendlichkeit alles besungen, was es eben zu dem verflixten Erwachsenwerden, dem unnötigen Kopfwirrwarr und einem alternativen Blick auf die banalen Dinge des mechanischen Alltags zu sagen gibt.

Strophe, Refrain, Bridge? Mit solcherlei Stino-Strukturen geben sich die Trotzköpfe keineswegs ab. Stattdessen können sich über ganze Liedstrukturen immergleiche Taktinhalte ziehen, oder aber ein stolzer 39-Sekundensong für gewichtige Aussagen herhalten („Magnifying Glass“).

Was auf der einen Ebene wie ein naiver Kinderchoral und -kanon („Before The World Was Big“) vor sich hin dudelt, enthält auf einer weit höheren Bedeutung einen gefährlich doppelten Boden. Es muss stets fein zwischen den Zeilen gelesen werden, wenn Girlpool die Stimmen im stimmigen Ein- oder reibenden Mehrklang heben. Sanft und unaufgeregt zirpen sie oftmals daher, doch hinter jener arglosen Unschuld brodelt eine subtile und unterschwellige Rebellion gegen den Usus– und der leicht nostalgische Gedanke an jene Zeit, Before The World […] Big war.

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