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Shamir – Ratchet – Frischer Wind

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“And The Beat Goes On“. Auch wenn’s anderweitig ziemlich in den Fugen ächzt, über eines braucht sich die Menschheit keine Sorgen machen: Nachwuchsprobleme im Bereich guter Musiker wird es anscheinend nie geben. Immerhin eine erneuerbare Energie, die für keine großen Diskussionen sorgt.

Im Bereich Black Music/R ’n‘ B/Dance und Artverwandtes wird Shamir Bailey mit seinem Debut-Album „Ratchet“ wohl für eine ziemliche Welle sorgen. Schon im letzten Jahr verschaffte der damals 19-jährige aus Las Vegas, mit dem recht eigenständigen Profil seiner ersten EP „Northtown“ und seinem Dance-Floor Kracher „On The Regular“ einigen Leuten eine leicht runtergerutschte Kinnlade. Mit dem Ergebnis, dass ihn nicht wenige Kritiker zu den großen Hoffnungen für 2015 ernannten.

„Ratchet“ bestätigt nicht nur das, sondern zeigt, dass Shamir seit „Northtown“ auch schon wieder einige Schritte weiter ist. Für sein Alter zeigt er eine große Kenntnis so ziemlich aller Black Music-Stile der letzten vierzig Jahren. Mühelos verquickt er in den zehn Stücken des Albums Chicago-House, Minimal, Electro, Disco, Hip-Hop, Funk, Soul und R ‚n’ B – Einflüsse zu einem ziemlich heißkochendem Mix.

Schon der Erstkontakt bewirkt ein heftiges Zucken in den für’s Tanzen zuständigen Organen. Dafür sorgen clevere, sexy groovende Synthie-Basslines, die den Stücken als Motor den Dampf geben. Die erste Hälfte des Albums bringt einen ziemlich schnell auf Touren. Nach dem eher smooth dunkel groovenden Opener „Vegas“ folgt mit dem achtziger Funk von „Make A Scene“, dem catchigen „On The Regular“, dem extrem funkenden „Call it Off“ und dem housigen „Hot Mess“ eine Serie von vier unwiderstehlichen Krachern.

Aber nicht nur im rhythmischen Bereich kann Shamir punkten. Ohrwurmige Melodien, Refrains und Backgroundchöre sorgen für eine hohe Mitsing- und Mitsummquote. Ok, sein markanter hoher Countertenor mag für manche Menschen etwas gewöhnungsbedürftig sein. Aber immerhin steht er damit in der Tradition von Sängern wie Sylvester James oder Jimmy Somerville, die ebenfalls in dieser Lage gesungen haben. Und wenn man hört, wie er mit dem Soul in seinem Organ umgeht, ist jedes anfängliche Befremden ziemlich schnell weggewischt.

Erfrischend ist auch die (tanz)bodenständige und urwüchsige Produktion des Albums. Im Gegensatz zu manch anderen heftig auf perfekt produzierten Alben-Monstern aus dem aktuellen Black Music/Dance-Bereich, kommen hier durch die eher sparsame Instrumentation die elementaren Qualitäten der Stücke ohne große Schnörkel direkt zum Vorschein.

 

Dancefloor ist aber ist nur eine Seite Shamirs Talents. Wie auch schon auf „Northtown“ zeigt er mit „Demon“ und „Darker“, dass auch interessante atmosphärische Downtempo-Balladen und Songs für ihn kein Problem sind. Shamir schafft es dabei, auch die stilistische Vielfalt des Albums immer in einem kaleidoskopartigen Rahmen einheitlich festzuzurren, ohne dass „Ratchet“ in desperate Stildemonstrationen zerfällt.

Prince war bei seinem ersten Album „For You“ übrigens auch erst Zwanzig. Aber er hatte vor seinem ersten Kracher „Dirty Mind“ immerhin zwei Anläufe gebraucht. „Ratchet“ ist zwar auch noch nicht hundertprozentig perfekt, aber Shamir zeigt schon eine erstaunliche Fülle an Musikalität, die definitiv neugierig auf seine weitere Entwicklung macht. Das Album macht jedenfalls ziemlichen Spaß. Get It!

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