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Shilpa Ray – Last Year’s Savage – Eigenwillige Stimme mit Witz

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Shilpa Ray ist schon eine Weile unterwegs. So machte die in Brooklyn lebende Tochter indischer Einwanderer schon Mitte der nuller Jahre Goth Punk mit Beat The Devil. Nach deren Auflösung gründete sie Shilpa Ray & Her Happy Hookers. Neben vielen nach oben gerichteten Daumen für den Bandnamen, gab es auch für den bluesigen Garage Rock ihrer zwei Alben einiges an Kritikerlob. Trotzdem ging auch diese Band 2011 getrennte Wege.

Aber immerhin hatte Nick Cave eines der Alben gehört und war von Shilpa Ray’s dominant präsenter Stimme so angetan, dass er sie direkt als Background-Sängerin und Support Act für eine ausgedehnte Tour mit den Bad Seeds engagierte. Und nicht nur das. Auf seinem eigenem Label erschien dann vor zwei Jahren unter dem schönen Titel „It’s All Self Fellatio, Shilpa Ray“ auch ihre erste Solo-EP.

Nach einer weiteren im Februar erschienenen EP mit jeweils zwei Versionen von Lou Reeds „Make Up“ und des Easy-Groove Klassikers „What A Diff‘rence A Day Makes“, kommt jetzt mit „Last Year’s Savage“ ihr Longplay Solo-Debut. Begleitet wird sie auf dem Album von einer fünfköpfigen Band mit zwei Gitarristen, einem Pedal-Steel Spieler und Bass und Schlagzeug. Die bestimmenden Elemente auf „Last Year‘s Savage“ sind dabei aber natürlich Shilpa Ray‘s markante Stimme und ihr Harmonium, das den elf Stücken immer seinen eigenen Stempel verpasst.

Gemessen an ihren früheren Sachen, geht es auf „Last Years Savage“ schon etwas gemessener zu, allerdings ohne dabei zahmer geworden zu sein. Nur ab und zu wird es mal lauter und härter. So zum Beispiel in einem der besten Songs des Albums „Johnny Thunder‘s Fantasy Space Camp“ – ein schöner Siebziger Rocker mit einem netten Fünfziger Einschlag und gut hängenbleibender Melodie. Auch “Moksha” rockt. Diesmal allerdings eher düster und mit der Gelegenheit für Shilpa Ray, ihre Stimme mal stärker röhren zu lassen.

Ansonsten ist das Spektrum der stilistischen Inspirationen recht offen. Der Pop von „Shilpa Ray On Broadway“ lässt einen an die frühen Blondie denken. Und „Oh My Northern Soul“ kommt mit dem Charme einer Midsixties-Beatballade. Manchmal wechselt auch innerhalb eines Songs der Stil. „Colonel Mustard In The Billard Room” fängt punkig an und rollt dann in der zweiten Hälfte entspannt groovend weiter. „Nocturnal Emissions“ basiert auf dem Drumbeat von „Ticket To Ride“. Allerdings anders als bei den Beatles dreht sich der Song um amerikanische Politik und endet mit der Zeile „There goes my ego exploding“.

Schon die Songtitel geben einen Hinweis darauf, dass zwar alles ernst gemeint ist, aber nicht unbedingt bierernst rüberkommen muss. Humor ist bei Shilpa Ray ein fundamentales Element. Ihre Lieblingsthemen wie Sex, Tod, diverse Körperfunktionen und Untreue behandelt sie dabei mit viel Sarkasmus, Ironie, Intelligenz und eigenwilligem Witz. Die emotionale Palette ihrer Stimme reicht dabei von intim gefühlvoll über eisig bis hin zu lautem Röhren aus voller Kehle.

Dem Gestus des Albums merkt man Shilpa Ray’s eingestandene Liebe zum New Yorker Punk aus den Siebzigern und Punkvorläufern wie den New York Dolls, Lou Reed’s frühsiebziger Alben oder Patti Smith schon an. Alles in allem ist „Last Years Savage“ ein absolut unterhaltsames Album, das einem mit jedem weiteren Lauf mehr Spaß macht.

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