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Shilpa Ray – Door Girl – Erinnerungen an wilde Nächte in NYC

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Shilpa Ray hat längere Zeit für eine New Yorker Bar als Türmädchen gearbeitet. Das Cover ihres vierten Albums „Door Girl“ vermittelt einen Eindruck davon, wie das ausgesehen haben könnte. Alle um sie herum sind in Bewegung, auf dem Weg ins Nachtleben. Der Blick der Songwriterin wirkt hingegen konzentriert. Aber nicht teilnahmslos. Ihre Musik verrät, was sie alles so gesehen hat.

Die frühere Background-Sängerin von Nick Cave erlaubt sich selbst nämlich viele Stimmungswechsel. Während sie mit einem sanften Barpiano am Anfang beinahe höflich um Aufmerksamkeit bittet, stöpselt sie in „Morning Terrors Nights Of Dread“ die E-Gitarren ein und spielt zermürbenden Blues, der mal an Patti Smith erinnert, dann wiederum an die Lofi-Blütephase des New Yorker Antifolk-Cafes erinnert, in dem Adam Green seine ersten Gehversuche unternahm.

Ihre Stimme wirkt anfangs trotzig, im Refrain wiederum einfühlsam. Und schon stellt man sich Shilpa selbst in der Bar vor. Nicht draußen, sondern ganz im Zentrum der Aufmerksamkeit mit ihrer smarten Rockabilly-Band. Wer nicht zuhört, könnte höflich angefaucht werden. Wenn man genau hinhört, wünscht sie sich das ja auch: Im Traum von jemanden anderen vorkommen. So könnte man verregnete Morgen im dreckigen New York nämlich besser ertragen.

Dabei geht Shilpa sehr clever vor. Erst schafft sie Bilder, die ganz im Konkreten bleiben. Mageninhalte beispielsweise. „It was the night you got your stomach pumped, Vodka Bullshit Long Island Ice Tea.“ Shilpa schreit sich die Seele und Alkoholreste aus dem Leib und trotzdem steckt in den letzten Zeilen eine leise Andacht: „These are not the best minds of my generation,  destroyed by madness, hysterical naked.“ Voll in die Magengrube.

Während das punkige Stück also von einer chaotisch gefährlichen Nacht in der Stadt erzählt und stark rumpelt, verrät die Sängerin in „After Hours“ zu den Klängen eines Vintage-E-Pianos, dass sie sich selbst in der 168. Straße schon einmal angepinkelt hat. Hier liegen Romantik, derber Humor und feinfühlige Beobachtungsgabe so nah beieinander wie nun auch Garage-Rock und Ballade.

Um es mit einem Songtitel zu sagen: „Shilpa Ray’s Got A Heart Full Of Dirt“. Ein aufwühlendes Album, das trotz Retro-Ästhetik ganz dem schmutzigen Hier und Jetzt verhaftet ist.

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