Meg Baird – Don’t Weigh Down The Light

Mit der geballten Kraft der Zärtlichkeit zeigt Meg Baird, wo der filigrane Hammer hängt. Etikettenspaß beiseite, Meg Bairds drittes Soloalbum „Don’t Weigh Down The Light“ ist ein schönes, Zeit forderndes, aber Seele atmendes Kleinod.

Meg Baird, nie gehört? Es gibt da diese schon länger auf Pause geschaltete, sagenumwobene Folk-Kombo Espers, ein Dauergeheimtipp und Genrecodewort für Geheimtreffen. Nein? Meg Baird hat noch eine Schwester, vor zwei, drei Jahren brachten sie als Baird Sisters flirrende Filigranitäten unters Folk-Volk. Auch nicht? Sie ist außerdem die Großnichte von Isaac Garfield “I.G.” Greer. Okay, okay: darüber hinaus hat sie auf Alben von Bonny „Prince“ Billy, Sharon Van Etten und Kurt Vile als Gastmusikerin und -sängerin mitgewirkt.

Meg Baird versteht also einiges von ihrem Folk-Geschäft, auch wenn der Name kein vordergründiger Begriff sein mag. Doch genau derart wohlbehütet aus dem Hintergrund, wie ein leicht übersehbares Nachtschattengewächs, imponiert ihre Musik erst bei genauerem Hinhören, bei den wiederholten Durchgängen. „Don’t Weigh Down The Light“ will wie eine Pflanze gedeihen dürfen, die Zeit anhalten und für unwichtig erklären. Feinfühlig porträtiert es die Emotionslagen ihrer Schöpferin, mit kaum lesbaren Spuren im Notenteppich, aber umso mehr gesetzten Fährten im Hörerherz.

Zaghafte, aber mächtige Entfaltung lautet das treffende Attribut für Meg Bairds „Don’t Weigh Down The Light“, wenn auf „Back To You“ oder „Past Houses“ Folk-Welten der Zurückhaltung etabliert werden, nur um in wunderschöne, mit dem Wind dahinwehende Lap-Steel-Gitarren-Momente aufzugehen und ihren endlosen Schlusspunkt zu finden.

Fast scheint es, als sei Meg Bairds Filigran-Folk zu entrückt für diese Welt, um im Zeitalter der kurzen Aufmerksamkeitsspannen, des narzisstischen Konsumstrebens und der Blockbuster-Überbietungswettbewerbe die Menschen zu erreichen. Doch schaut man sich das konstante Treiben der Singer/Songwriterin seit vielen Jahren an, darf man beruhigt feststellen, es gibt da noch eine andere, kleinere und nicht sofort bemerkbare Welt, reduziert, zurückhaltend und das Gegenteil von großspurig. Meg Baird ist Teil von ihr und „Don’t Weigh Down The Light“ ein schönes Zeugnis.

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