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PINS (Credit Bella Union)

PINS – Wild Nights

Wenn sich vier Frauen dazu entschließen, eine Band zu gründen, um den Post-Punk zu predigen, dann wird die eher von Männern dominierte Rock’n’Roll-Branche schnell hellhörig. So auch im Fall der PINS; einer jungen All-Grrrl-Truppe aus Manchester. Vor zwei Jahren nahm alles seinen Anfang. Das PINS-Debüt „Girls Like Us“ kam, sah und siegte – zumindest auf der Insel. Nun soll ein weiterer Silberling („Wild Nights“) dafür Sorge tragen, dass auch der Rest der Welt in den Bann der vier Damen Faith Holgate, Lois McDonald, Anna Donigan und Sophie Galpin gezogen wird.

Mit dem eröffnenden „Baby Bhangs“ legen die PINS auch gleich richtig los. Irgendwo zwischen den Glanzzeiten des 80s-Düster-Punks und der 90s-Phase, in der von Frauen angeführte Bands wie Babes In Toyland und The Muffs der maskulinen Alternative-Branche das Fürchten lehrten, treffen die PINS direkt ins Schwarze. Mit viel Hall ausufernden Gitarren-Sphären im Gepäck schrammeln die vier Mädels aus der Oasis-Geburtsstadt unbekümmert drauf los.

Sich den Rotz an schnieken Designer-Kleidern abzuwischen hat etwas. Die Attitüde stimmt. Aber auch musikalisch halten die PINS nicht hinterm Berg. Nicht selten streckt eine der vier Verantwortlichen den Mittelfinger in die Höhe. Punk halt. Aber nicht nur. Die Damen beweisen, dass sie durchaus in der Lage sind, auf mehreren Hochzeiten zu tanzen. Nur schnodderig muss es sein.

Das ist die Basis. Sonst gibt es allerdings keine Grenzen. Ein bisschen Surfer-Melancholie („Young Girls“, „Curse These Dreams“), eine Prise Robert Smith und Co („Dazed By You“) und obendrauf eine Tinktur Schwermut („Got It Bad“, „Everyone Says“): Die PINS präsentieren sich auf ihrem Zweitwerk durchaus flexibel.

Auch stimmungstechnisch gibt es nichts zu mäkeln. Trotz anhaltender Quell-Tristesse sorgen wohldosierte Zartbitter-Harmonien immer wieder für ausreichend Licht im eher düsteren PINS-Universum. So bleibt alles im Gleichgewicht. Die Jungs knien reihenweise nieder und die Girls klatschen im Hintergrund artig Beifall. So kann s gehen. Und so kann s auch bleiben. Die Dum Dum Girls in dreckig? Interesse? Bitteschön!

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